Plagiatsvorwurf "Wir spüren mächtigen Gegenwind"

BMW und Mercedes werfen dem chinesischen Hersteller Shuanghuan Ideenklau vor. Doch der gibt nicht klein bei. Sein deutscher Importeur will die umstrittenen Modelle CEO und Noble auf der IAA ausstellen, auch wenn die Messeveranstalter bereits mit Rausschmiss drohen.

Hamburg - China Automobile Deutschland will sich nicht beugen: Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) plant Firmenchef Klaus Schlössl trotz Drohungen von BMW und DaimlerChrysler, die umstrittenen Modelle CEO und Noble zu zeigen.

Gegenüber SPIEGEL TV hat der Generalimporteur Plagiatsvorwürfe deutscher Autohersteller bestritten. "Wir gehen weiter fest davon aus, unsere chinesischen Autos auf der IAA zu zeigen", sagte Schlössl im Gespräch mit dem Magazin, das am Sonntagabend auf RTL ausgestrahlt wird.

Seine Firma vertreibt in Deutschland die von der chinesischen Firma Shuanghuan hergestellten Modelle CEO und Noble, gegen deren geplante Messepremiere in den vergangenen Tagen mehrere deutsche Autohersteller sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel protestiert hatten.

BMW wirft den Chinesen vor, der CEO ähnele dem Geländewagen X5. DaimlerChrysler hält den Noble für ein Plagiat des Kleinwagens Smart. "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit unseren kleinen billigen Autos so einen Wirbel erzeugen", so Schlössl.

Der Autohändler widersprach der Darstellung, Shuanghuan habe eine Ausstellung der Fahrzeuge auf der IAA untersagt. "Der europäische Generalimporteur hat heute mit der Geschäftsführung in China telefoniert. Die chinesische Geschäftsführung hat keine Probleme damit, die Autos auf der IAA zu zeigen. Es sind keine Plagiate, es sind keine Rechtsverstöße."

"Die wollen uns rauswerfen. Das schaffen die nicht."

Die beiden deutschen Konzerne hatten zuvor erklärt, sie behielten sich eine Klage gegen Shuanghuan vor, falls CEO und Noble in Frankfurt ausgestellt würden. Auch der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hatte darauf hingewiesen, er werde evidente Verstöße gegen geistiges Eigentum auf seiner Hausmesse nicht dulden und gegebenenfalls Aussteller oder Stände von der Veranstaltung verbannen.

Schlössl: "Wir spüren momentan mächtigen Gegenwind vom Verband der Automobilindustrie. Die wollen uns wieder rauswerfen von der IAA. Aber das schaffen die nicht." Zur IAA vom 13. bis 23. September haben sich 1046 Aussteller aus mehr als 40 Ländern angemeldet. Aus China sind vier Pkw-Hersteller sowie gut 50 Zulieferer vertreten.

manager-magazin.de

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