SachsenLB Finanzminister tritt zurück

Die Krise der SachsenLB zieht weitere Kreise. Sachsens Finanzminister Horst Metz gibt sein Amt auf. Dabei handele es sich aber um "eine rein persönliche Entscheidung", betont er.

Dresden - Sachsens Finanzminister Horst Metz (CDU) hat am Freitag seinen Rückzug aus dem Amt zum 30. September angekündigt.

Damit zog der 62 Jahre alte Politiker die Konsequenz aus dem Notverkauf der Landesbank am vergangenen Sonntag. Das Kreditinstitut war wegen riskanter Geschäfte auf dem US-Hypothekenmarkt in Schieflage geraten. Es wurde an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft.

Es sei für ihn sehr schmerzlich, dass die einzige ostdeutsche Landesbank nicht mehr eigenständig habe erhalten werden können, sagte der 62-Jährige am Freitag auf einer Sondersitzung des Landtags in Dresden. "Ich habe für mich eine persönliche Entscheidung getroffen, eine rein persönliche Entscheidung", erklärte Metz. Er wolle sich nicht aus der Verantwortung stehlen und noch zum Übergang beitragen. "Zum 30. September 2007 stelle ich hiermit mein Amt zur Verfügung."

Zuvor hatte Sachsen-LB-Chef Herbert Süß bei der Landesbank angekündigt, den Vorstandsvorsitz zum 15. September aufzugeben. Sein Nachfolger wird der Chef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Joachim Hoof.

Mit Horst Metz stehen erstmals in der Causa SachsenLB personelle Konsequenzen auf politischer Ebene an. Inzwischen liegt bei der Staatsanwaltschaft Leipzig eine anonyme Strafanzeige gegen ehemalige und heutige Vorstände sowie den Verwaltungsrat der SachsenLB vor.

In den vergangenen Tagen wurden viele Rücktrittsforderungen an Metz herangetragen. Der aus Mecklenburg stammende Politiker führte das Finanzministerium seit 2002. Wer ihm im Amt folgt, ist bislang unklar. Als mögliche Alternative gilt der langjährige Finanzstaatssekretär Wolfgang Voß (CDU).

Vergangenen Sonntag hatte die Landesbank Baden-Württemberg die schwer angeschlagene SachsenLB quasi in letzter Minute vor dem Aus gerettet. Die LBBW übernahm die Leipziger Bank und zahlte als Sofortmaßnahme 250 Millionen Euro an das Institut.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dpa