Kanzleien Vor der Großfusion

Zwei weltweit tätige Anwaltssozietäten stehen kurz vor dem Zusammenschluss: Dewey Ballantine und LeBoeuf Lamb. Das Leitungsgremium der neuen Sozietät Dewey & LeBoeuf werde nun kurzfristig zusammentreten, erfuhr manager-magazin.de. Der Ausbau des Geschäfts ist bereits beschlossene Sache.
Von Karsten Stumm

Düsseldorf - Die beiden internationalen Anwaltskanzleien Dewey Ballantine und LeBoeuf, Lamb, Greene & MacRae schließen sich zusammen. Nach Informationen von manager-magazin.de soll die Übereinkunft noch im Laufe des Septembers durch die Zustimmung der Partner beider Kanzleien bestätigt werden. Am kommenden Montag werde sich das künftige Leitungsgremium der neuen Sozietät Dewey & LeBoeuf zudem kurzfristig in London treffen.

Aus der Fusion soll eine Kanzlei hervorgehen, die mit mehr als 1300 Anwälten in zwölf Ländern nahezu eine Milliarde Dollar Umsatz pro Jahr erzielt. Die Sozietät wird nach hochgerechneten Angaben des Branchenmagazins The American Lawyer wohl Platz 13 der weltweit 100 größten Anwaltsfirmen belegen.

Im neuen Frankfurter Büro des fusionierten Unternehmens werden ab Oktober 60 Anwälte beschäftigt sein. "Mittelfristig ist die Entwicklung des deutschen Standortes auf 80 bis 100 Anwälte durchaus realistisch", sagte Hanno Berger, bisher Managing Partner bei Dewey Ballantine; er wird auch zum Leitungsgremium der fusionierten Firma Dewey & LeBoeuf gehören, verlautete aus Branchenkreisen. Das Unternehmen hat seine größten Büros in New York mit 550 und in London mit 170 Anwälten.

Dewey Ballantine ist seit 2004 in Deutschland aktiv und unter anderem auf Fusionen und Übernahmen spezialisiert, LeBoeuf Lamb war bisher nicht in der Bundesrepublik vertreten.

Die großen anderen internationalen Kanzleien hierzulande sehen der Konkurrenz des fusionierten Unternehmens indes gelassen entgegen. Dewey & LeBoeuf internationalisiere sich später als andere große Wettbewerber und gebe erst jetzt seine angeblich einengende Spezialisierung in Teilen auf. Speziell Dewey Ballantine wird nachgesagt, nur im Falle einzelner Übernahme- und Fusionsgeschäfte gutes Geld mit Mandanten verdient zu haben. Die kontinuierliche und umsatzstarke Rechtsberatung auch auf anderen Gebieten habe die Kanzlei dagegen nicht wahrnehmen können.

Tatsächlich versucht Dewey Ballantine nach Informationen von manager-magazin.de derzeit, sein Beratungsgebiet auszudehnen. Das Unternehmen hält offenbar Ausschau nach einem Partner, der auf Kartellrecht spezialisiert ist und ein entsprechendes Ressort aufbauen soll. "Wir werden die Synergieeffekte des neuen weltweiten Netzwerkes nutzen, um unseren Aufbaukurs in Deutschland fortzusetzen, und streben den gezielten Ausbau unserer Kernbereiche Fusionen und Übernahmen, Steuerrecht, Kapitalmarktrecht und Real Estate an", sagte Dewey-Ballantine-Partner Berger zur anstehenden Fusion.