SachsenLB Anzeige gegen Vorstände

Als Konsequenz aus der Krise der SachsenLB wird der komplette Vorstand ausgetauscht. Vorstandschef Herbert Süß räumt ebenso seinen Posten wie die Vorstandsmitglieder Yvette Bellavite-Hövermann und Werner Eckert. Inzwischen liegt auch eine Strafanzeige gegen Vorstände der Landesbank vor.

Leipzig - Sachsen-LB-Chef Herbert Süß gibt den Vorstandsvorsitz bei der in schwere Turbulenzen geratenen Landesbank zum 15. September auf. Sein Nachfolger wird der Chef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Joachim Hoof, wie die Sachsen-LB mitteilte.

Außerdem habe die Anteilseignerversammlung der Bank die beiden Vorstandsmitglieder Yvette Bellavite-Hövermann und Werner Eckert mit sofortiger Wirkung abberufen. In einer Pressemitteilung erklärte die Bank, Vorstandschef Süß werde sein Amt auf eigenen Wunsch an Hoof übergeben.

"Diese Maßnahme dient der Wahrung der Interessen des Freistaates Sachsen und der sächsischen Kommunen", hieß es. Der 49-jährige Hoof werde die Aufgabe bis zum Abschluss der Bewertung wahrnehmen und sein Amt als Vorstandschef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden bis dahin ruhen lassen. Wolf-Dieter Ihle, der bisher bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) tätig war, wurde als Verantwortlicher für das Kapitalmarktgeschäft in den Vorstand bestellt.

Strafanzeige gegen Vorstände

Inzwischen liegt bei der Staatsanwaltschaft Leipzig eine anonyme Strafanzeige gegen ehemalige und heutige Vorstände sowie den Verwaltungsrat der SachsenLB vor.

Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" vom Freitag erklärt der Anzeiger, dass schon 2003 und 2004 "im Vorstand und Verwaltungsrat über die unhaltbaren Zustände der Tochtergesellschaften in Dublin" diskutiert worden sei. Der Anzeiger bezeichne sich als ehemaliger Mitarbeiter.

Oberstaatsanwalt Lutz Lehmann sagte dem Blatt, die Staatsanwaltschaft beziehe die Strafanzeige in ihre Prüfungen ein. Weitere Anzeigen seien bislang nicht eingegangen. Bei der Bank war zunächst niemand für einer Stellungnahme zu dem Bericht erreichbar.

Sondersitzung des Landtages

Am heutigen Freitag befasst sich der sächsische Landtag in einer Sondersitzung mit den Entwicklungen um die Landesbank. Finanzminister Horst Metz und Ministerpräsident Georg Milbradt (beide CDU) stehen wegen der Vorfälle in der Kritik.

Vergangenen Sonntag hatte die Landesbank Baden-Württemberg die schwer angeschlagene SachsenLB quasi in letzter Minute vor dem Aus gerettet. Die LBBW übernahm die Leipziger Bank und zahlte als Sofortmaßnahme 250 Millionen Euro an das Institut.

Die Sparkassen-Finanzgruppe hatte bereits Mitte August die Sachsen-LB mit einer Kreditlinie über mehr als 17 Milliarden Euro aus einer schweren Liquiditätskrise befreien müssen, da eine Tochter durch das Geschäft mit Hypothekenanleihen von der Krise auf dem US-Immobilienmarkt erfasst worden war.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters