RAG Saar Ferngas geht an ArcelorMittal

Die ehemalige Ruhrkohle AG macht sich schlank für den Börsengang. Die RAG-Tochter Saar Ferngas ist an den Stahlriesen ArcelorMittal verkauft - und nicht an den Energiekonzern RWE, der sich ebenfalls dafür interessiert hatte, aber an Bedenken des Kartellamts scheiterte.

Luxemburg/Essen - Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal  übernimmt an Stelle des ursprünglich interessierten RWE-Konzerns  die Kontrolle der Saar Ferngas AG. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, übernimmt ArcelorMittal einen Anteil von 76,88 Prozent, der bisher von der RAG (Essen) gehalten wurde.

ArcelorMittal zahlt dafür 367 Millionen Euro. Der Kauf erfolgt zu den gleichen Konditionen, zu denen ursprünglich der RWE-Konzern einsteigen wollte. Die Übernahme durch RWE war jedoch im März vom Bundeskartellamt untersagt worden. Saar Ferngas ist der größte Gasversorger in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Menschen.

"Saar Ferngas passt gut in unser regionales Energie-Netz", erklärte ArcelorMittal-Vorstandsmitglied Michel Wurth. Der Kauf der Mehrheit bei Saar Ferngas ermögliche Synergien mit einem 20-prozentigen Anteil von ArcelorMittal am luxemburgischen Gasanbieter Soteg, an dem Saar Ferngas mit weiteren zehn Prozent beteiligt ist. RAG-Chef Werner Müller erklärte: "Der Verkauf des Gasnetzes ist ein systematischer Schritt in der Neuordnung der RAG Beteiligungs AG." RAG werde sich künftig vor allem auf die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken und erneuerbaren Energien konzentrieren.

Kunden der Saar Ferngas sind 52 regionale und lokale Energieversorger sowie 20 Industriebetriebe und Kraftwerke vor allem in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 94 Prozent des Erdgases werden von der Eon Ruhrgas AG bezogen. Die Saar Ferngas erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Der Gasabsatz betrug knapp 45 Milliarden Kilowattstunden.

manager-magazin.de mit Material von dpa