Mittwoch, 24. April 2019

MAN China-Connection

MAN will künftig zusammen mit der chinesischen Weichai Group Lastwagen und Motoren bauen. Während des China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die beiden Unternehmenschefs vereinbart, exklusive Gespräche aufzunehmen.

München - Der Münchener Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN Börsen-Chart zeigen will zusammen mit einem lokalen Partner den chinesischen Markt für Lastwagen und Motoren erobern. MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson und der Chef der Weichai Holding, Tan Xuguang, hätten beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in China eine Vereinbarung zur Aufnahme exklusiver Gespräche über eine Zusammenarbeit unterzeichnet, teilte MAN am Donnerstag mit. Geplant sei eine gemeinsame Fertigung von Lastwagen, Lkw-Motoren und großen Schiffsmotoren.

Vertiefte China-Kooperation: MAN will künftig zusammen mit der chinesischen Weichai Group Lkw und Motoren bauen
Der Ausgang der Verhandlungen sei ebenso wie das Volumen eines möglichen Gemeinschaftsunternehmens noch offen, sagte ein MAN-Sprecher. Ziel sei eine gemeinsame Fertigung in China, die ihre Erzeugnisse auch in Fernost exportiere.

MAN Börsen-Chart zeigen arbeitet bereits seit 20 Jahren mit Weichai zusammen. Die Chinesen bauen mit MAN-Lizenzen Fahrerhäuser und Motoren. Weichai ist den Angaben zufolge der größte Hersteller von Dieselmotoren, Getrieben, Nutzfahrzeugen und schweren Schiffsaggregaten im Reich der Mitte und rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatz von vier Milliarden Euro. Im Omnibus-Geschäft arbeitet MAN mit dem chinesischen Hersteller Yutong zusammen.

"Da wollen wir Fuß fassen"

MAN-Chef Samuelsson hatte zu Beginn der Woche die Bedeutung des chinesischen Marktes für den Münchener Konzern betont: "Da wollen wir Fuß fassen. China bietet einen Markt von 300.000 Lkw pro Jahr." Neue Umweltauflagen eröffneten MAN dank seiner Technik neue Möglichkeiten.

Der Schwede hatte zugleich aber Probleme im Hinblick auf Produktpiraterie und Technologietransfer erkannt: "Das Schwierige ist, eine Lösung zu finden, von denen beide Seiten profitieren. Da gibt es Diskussionen über unterschiedliche Konzepte." MAN hat in einzelnen Produktsegmenten Probleme mit Plagiaten aus Fernost. Im Herbst hatte das Unternehmen die chinesische Firma Zonda wegen eines Bus-Designs verklagt, das dem eigenen "Starliner"-Modell stark ähnelt. Der Rechtsstreit über den Zonda-Bus "A9" dauert an.

DaimlerChrysler: China-Einstieg mit Hindernissen

Auch der Weltmarktführer für schwere Lkw, DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen, hat es bei seinem Einstieg in China schwer. Für den Ende 2006 für 79 Millionen Euro eingefädelten Kauf von 24 Prozent am chinesischen Lkw-Bauer Foton liegt bis dato keine Genehmigung der chinesischen Behörden vor.

Von einem Gemeinschaftsunternehmen mit Yangzhou Motor zum Bau von Omnibussen hatte sich Daimler verabschiedet, da ausländische Unternehmen in China vorübergehend maximal zwei Joint Ventures eingehen durften. Diese Vorschrift ist inzwischen wieder obsolet. Transporter produziert der Stuttgarter Konzern in China zusammen mit Fujian. Für dieses Unternehmen liegt seit Mitte Juni die Genehmigung vor.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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