WestLB/LBBW Drängen auf Fusion

Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen haben sich klar für eine Fusion der WestLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ausgesprochen. Im Streit um die Zukunft der WestLB streben sie eine zügige Einigung mit der Landesregierung in den kommenden Wochen an.

Düsseldorf - "Und wer ein anderes Konzept hat, möge dies schnell vorlegen", sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Rheinland, Karlheinz Bentele, am Dienstag. Bentele spielte auf Presseberichte an, wonach Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) einen eigenen Vorschlag zur Neuordnung der Landesbanken mit einer Nord- und Südgruppe erarbeitet haben soll.

Sparkassenverbände stimmen klar für Fusion mit LBBW

Die Sparkassen in NRW drängen auf eine Fusion von WestLB und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zum zweitgrößten deutschen Geldhaus. Einen Tag nach dem Sparkassenverband Rheinland hat sich am Dienstag auch der Sparkassenverband Westfalen für eine Fusion der Landesbanken in Düsseldorf und Stuttgart ausgesprochen. Damit erhöhen die beiden Sparkassenverbände weiter den Druck auf die Landesregierung, die sich gegen diese Lösung in der bisherigen Form sperrt. Die Landesregierung befürchtet massive Arbeitsplatzverluste durch einen teuren Bankumbau und Nachteile für das Bundesland.

Der Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen, Rolf Gerlach, betonte in Münster die Vorteile der angestrebten Landesbankenfusion. "Die Konsolidierung des Landesbankensektors könnte helfen, dass die Landesbanken selbst leistungsfähiger werden", sagte er im Anschluss an die Verbandssitzung. Zugleich würden die Sparkassen in der Region gestärkt. Neben den Sparkassenverbänden als Mehrheitseigner hält das Land direkt und indirekt insgesamt rund 38 Prozent. Hinzu kommen die kommunalen Landschaftsverbände in NRW.

Gegen Eingliederung in Landesbank

Laut Verbandsbeschlüssen sollen in einem neuen Geschäftsmodell die Stärken der WestLB AG auf eine breitere Kundenbasis gestellt und durch Partner ergänzt werden. Eine Eingliederung von Sparkassen in die WestLB wird jedoch unverändert abgelehnt. Diese Variante hatten in den vergangenen Tagen Kritiker der Fusionspläne in die Diskussion gebracht. Bereits vor zwei Jahren war darüber heftig gestritten worden. Damals hatten einzelne Sparkassen der WestLB sogar mit der Aufkündigung der Zusammenarbeit gedroht, sollte nur eine einzige Sparkasse von der Landesbank in Düsseldorf übernommen werden.

Die LBBW sieht sich indes dank starker Halbjahreszahlen für die Fusion mit der WestLB gerüstet. Die größte deutsche Landesbank werde an den Plänen für ein Zusammengehen mit der WestLB weiter konstruktiv mitarbeiten, sagte LBBW-Chef Siegfried Jaschinski am Dienstag in Stuttgart.

WestLB-Sonderprüfer berichten später

Fehlspekulationen haben die WestLB im ersten Halbjahr 2007 in die Verlustzone gedrückt, wie aus Finanzkreisen verlautete. Hintergrund sind die Verluste aus dem Verkauf von Positionen im Eigenhandel, die einem Medienbericht zufolge auf mehr als eine halbe Milliarde Euro gestiegen sind. Die WestLB veröffentlicht ihre Zahlen am Donnerstag und wollte sich vorab nicht äußern. Zuletzt schrieb die Bank 2004 durch eine Beihilferückzahlung in Milliardenhöhe rote Zahlen.

Der mit Spannung erwartete Bericht von Sonderprüfern zu den umfangreichen Fehlspekulationen der WestLB wird voraussichtlich erst Ende September vorliegen. "Dann wird sich zeigen, ob weitere Konsequenzen erforderlich sind", sagte eine Sprecherin der Bankenaufsicht BaFin am Dienstag der dpa. Bislang war der Bericht der Wirtschaftsprüfer Ende August oder Anfang September erwartet worden. Ein Zwischenbericht zog Ende Juli die Abberufung von Bankchef Thomas Fischer und eines weiteren Vorstandes nach sich.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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