Vorermittlungen SachsenLB im Visier

Die Krise bei der SachsenLB hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Sie prüft, ob es Anhaltspunkte für eine Straftat gibt. Die Landesregierung in Sachsen hatte zuvor kritisiert, vom Vorstand der Bank nicht ausreichend über das Ausmaß der Krise informiert worden zu sein.

Dresden/Frankfurt - Die Staatsanwaltschaft Leipzig sei auf Grund von Presseberichten aufmerksam geworden und prüfe jetzt, ob sie Ermittlungen aufnehmen wird, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Dresden. Es werde zunächst untersucht, ob es Anhaltspunkte für eine Straftat gebe. Zum Inhalt der Prüfungen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Ein Sprecher der SachsenLB sagte, der Bank sei darüber nichts bekannt.

Der Vorsitzende der oppositionellen FDP-Fraktion im sächsischen Landtag, Holger Zastrow, forderte Konsequenzen falls das Management der Sachsen LB Informationen über Risiken zurückgehalten oder verschleiert habe. Das schließe die persönliche Haftung ein. Gleichzeitig müsse untersucht werden, ob Mitglieder des Verwaltungsrates ihre Kontrollpflicht vernachlässigt und dafür persönlich zur Verantwortung gezogen werden könnten, sagte Zastrow.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt und sein Finanzminister Horst Metz (beide CDU) hatten kritisiert, vom Vorstand der Bank nicht ausreichend über das tatsächliche Ausmaß der Krise informiert worden zu sein. Der Vorstand habe noch vor Anfang August versichert, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten keine Ausfallrisiken für die Bank bedeuteten. Die SachsenLB ist wegen ihres Engagements auf dem US-Hypothekenmarkt in finanzielle Bedrängnis geraten und musste am Wochenende Hals über Kopf an die LBBW verkauft werden.

Unterdessen wies die britische Investmentbank Barclays am Dienstag einen Bericht der Londoner Zeitung "Times" zurück, wonach das Institut einen Fonds der SachsenLB finanziert haben soll. Die Bank habe den komplexen Fonds "Sachsen Funding 1" lediglich vermarktet, erklärte das Institut. Barclays dementierte ebenfalls, wegen der US-Hypothekenkrise mehrere hundert Millionen Dollar verloren zu haben.

Die Stuttgarter LBBW räumte dagegen ein, mit 299 Millionen Euro über ihre Zweckgesellschaft "Lake Constance" im US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen investiert zu sein. Die Fondsgesellschaft DekaBank beziffert das Risiko aus eigenen Anlagen der Bank auf weniger als zehn Millionen Euro. Fonds der zum Sparkassen-Lager gehörenden Gesellschaft seien dagegen gar nicht von der US-Subprime-Krise betroffen.

Bei der Mittelstandsbank IKB, die ebenfalls wegen Investments am US-Hypothekenmarkt in Schieflage gerutscht ist, ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue und des Verstoßes gegen das Aktiengesetz. Auch ehemalige Vorstände stehen im Visier der Behörde.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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