Landesbanken LBBW untermauert Führungsanspruch

Die größte deutsche Landesbank LBBW hat ihren Führungsanspruch bei der Neuordnung der staatlichen Landesbanken mit einem Gewinnsprung untermauert. Negative Folgen der US-Hypothekenkrise erwartet das Institut nicht.

Stuttgart - Im Vordergrund stehe die Konsolidierung der Landesbankenlandschaft, schrieb der Vorstand in dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht für die ersten sechs Monate des Jahres. "Wir wollen unsere starke Marktposition in der deutschen Finanzwirtschaft weiter festigen."

Nach der hastigen Übernahme der finanziell angeschlagenen SachsenLB zum Jahresende schielt die renditestarke Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) trotz ablehnender Signale der nordrhein-westfälischen Landesregierung weiterhin auf die Düsseldorfer WestLB. "Wir werden auch künftig die Überlegungen zu einem möglichen Zusammengehen konstruktiv begleiten", teilte die LBBW mit.

LBBW steigert Gewinn um gut 20 Prozent

In den ersten sechs Monaten verbesserte das mehrheitlich vom Land Baden-Württemberg und den Sparkassen kontrollierte Institut Überschuss und Rendite. Nach Steuern verdiente die LBBW mit 473 Millionen Euro gut ein Fünftel mehr als im ersten Halbjahr 2006.

"Entscheidend für das gute Halbjahresergebnis ist die Einhaltung des strikten Kostenmanagements", sagte Vorstandschef Siegfried Jaschinski. Die operativen Ausgaben sanken binnen Jahresfrist um 1,3 Prozentpunkte auf 45,1 Prozent der Einnahmen. Der Verwaltungs- und Personalaufwand verharrte auf Vorjahresniveau, die Eigenkapitalrendite kletterte um 0,1 Prozentpunkte auf 15,1 Prozent.

Mit 299 Millionen Euro im Subprime-Markt investiert

Vor der seit Wochen anhaltenden Krise der Finanz- und Kapitalmärkte ist der LBBW nicht bange. Von den Verwerfungen bei zweitklassigen Immobilienkredit-Paketen (Subprime) sei die LBBW "nur am Rande betroffen", beruhigte der Vorstand die Öffentlichkeit. Auf dem bis vor Monaten als lukrativ geltenden US-Subprime-Anlagemarkt ist die LBBW eigenen Angaben zufolge nur indirekt mit 299 Millionen Euro engagiert. Das Eigenkapital sei bis Ende Juni auf 19,4 Milliarden Euro gestiegen, 1,1 Milliarden Euro mehr als Ende 2006.

"Durch die konservative Risikopolitik und die internen Überwachungssysteme ist die LBBW gut gerüstet, den entstandenen Unsicherheiten an den Märkten zu begegnen", hieß es im Zwischenbericht. Die Liquiditätsreserven seien hoch, die Geschäftsaussichten blieben mittelfristig günstig.

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertungsergebnis kletterte von Januar bis Juni um 5,8 Prozent auf 952 Millionen Euro. Bei leicht gestiegenem Zinsüberschuss profitierte das fünftgrößte deutsche Bankhaus vor allem von der Rekordfahrt an den Aktienmärkten, die erst im Juli mit dem Austrocknen des US-Subprime-Markts einen Dämpfer bekamen. Der negative Saldo aus Risikovorsorge und Bewertungsergebnis legte im ersten Halbjahr um sechs Millionen Euro oder 2,5 Prozent zu.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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