Bis Anfang September sollte der Zusammenschluss von TÜV Süd und TÜV Nord eigentlich besiegelt sein. Doch nun ist die Fusion überraschend gescheitert. Als Einzelkämpfer seien die Industrieprüfer schlagkräftiger, so die Begründung.
München/Hannover - In beiderseitigem Einvernehmen habe man sich darauf verständigt, die Gespräche über einen gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss nicht fortzuführen und eigenständig zu bleiben, teilten TÜV Süd und TÜV Nord am Montag in München und Hannover mit.
Hintergrund seien Analysen der Wettbewerbsbedingungen, die gezeigt hätten, dass man unabhängig voneinander schneller und flexibler auf die globalen Markterfordernisse reagieren könne als in einem großen Verbund. "Ein Zusammenschluss beider Unternehmen hätte einen erheblichen Integrationsaufwand bedeutet und daher auf lange Zeit auch operative Kapazitäten gebunden", erklärten die Chefs von TÜV Süd und TÜV Nord, Axel Stepken und Guido Rettig.
Noch in der vergangenen Woche hatte der TÜV Süd erklärt, der Zeitplan für das Zustandekommen der Fusion stehe, spätestens bis Anfang September sollte der Zusammenschluss besiegelt sein.
Damit wollte sich das Unternehmen auch für die Zeit nach dem Fall des letzten Monopols im Industrieprüfgeschäft rüsten. Konkurrent Dekra hatte bereits angekündigt, dann anzugreifen.