British Midland Lufthansa zeigt Interesse

Die Lufthansa hat erstmals gesteigertes Interesse an der zweitgrößten britischen Fluggesellschaft British Midland eingestanden. "Ich möchte noch mehr Marken haben", sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber, "BMI ist eine Option".

Frankfurt am Main - Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber setzt auf Expansion und will unter dem Konzerndach weitere Airlines in Stellung bringen. "Ich möchte noch mehr Marken haben", sagte er der "Wirtschaftswoche". Dabei sprach er auch die Fluggesellschaft British Midland (BMI) an, an der Lufthansa bereits eine Minderheitsbeteiligung hält. "BMI ist eine Option", sagte der Lufthansa-Chef.

Bereits heute verfügt die größte deutsche Fluggesellschaft über eine ganze Reihe von Marken außerhalb des Kerns Lufthansa . So fliegt etwa in der Schweiz die übernommene Swiss, als Regionalfluggesellschaft ist Eurowings unterwegs und als Billigflieger Germanwings am Start.

Die Vielfalt sei einer der Gründe, warum Lufthansa im Gegensatz zu anderen im Europa-Verkehr "wieder wächst und eindeutig die Nummer eins ist", sagte Mayrhuber. Der Lufthansa-Chef ist entschlossen, bei der kommenden Übernahmeschlacht in der Flugbranche mitzuhalten. Gleichzeitig stellt er die Flugsteuerung so um, dass er Ergänzungen leicht einbinden könnte (siehe manager magazin, 3/2007).

Derzeit gehört BMI zu knapp 50 Prozent dem Geschäftsmann Sir Michael Bishop. Lufthansa hält 30 Prozent minus eine Aktie, die skandinavische SAS rund 20 Prozent. BMI ist die zweitgrößte Fluggesellschaft im Vereinigten Königreich. Sie gilt als besonders interessant, weil sie über rund 12 Prozent der verfügbaren Landerechte auf dem Londoner Großflughafen Heathrow verfügt. Mit BMI flogen 2006 rund 10,5 Millionen Passagiere vor allem auf Europa-Strecken sowie in die USA.

SAS hatten bereits Mitte Juni Gespräche mit der Lufthansa über einen Verkauf ihrer BMI-Anteile bestätigt. Die deutsche Fluggesellschaft hatte sich dazu aber nicht geäußert. "Lufthansa beobachtet weiterhin den Markt", hatte es nur geheißen. Mehrheitseigner Bishop hat für sein Anteilspaket ein Verkaufsrecht an Lufthansa zu bereits festgelegten Konditionen.

Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, dass Lufthansa weitere Fluggesellschaften übernehmen könnte. Zuletzt hatte sie aber einen Einstieg bei den beiden zum Verkauf stehenden Gesellschaften Alitalia  und Iberia  abgelehnt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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