WestLB "Stuttgart ist keine Einbahnstraße"

Die Zukunft der WestLB ist weiter offen. Die Eigentümer konnten sich am Freitag noch nicht auf die künftige Aufstellung der drittgrößten deutschen Landesbank einigen. Allerdings waren sie sich erstmals einig, dass zügig eine Richtungsentscheidung im Interesse der Mitarbeiter und Kunden getroffen werden müsse.

Düsseldorf - Im Tauziehen um die Zukunft der WestLB haben die Sparkassenverbände den geforderten raschen Zusammenschluss mit der LBBW bei einem Treffen der WestLB-Eigner nicht durchsetzen können. Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums sagte nach Beratungen der WestLB-Eigentümer am Freitag, alle Alternativen für die Zukunft der Bank würden weiterhin geprüft.

Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände hatten sich für eine schnelle Fusion des Düsseldorfer Instituts mit der baden-württembergischen Landesbank ausgesprochen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte dagegen vor einem übereilten Verkauf, vor Arbeitsplatzverlusten und negativen Folgen für den Finanzplatz Düsseldorf gewarnt.

In Teilnehmerkreisen hieß es, der neue WestLB-Chef Alexander Stuhlmann habe bei dem Gespräch an die Eigentümer appelliert, gemeinsam mit dem Vorstand rasch Optionen für die Zukunft der Bank auszuloten. Im Interesse der WestLB und ihrer Mitarbeiter müsse zügig eine gemeinsame Lösung gefunden werden, um Kunden und Angestellte nicht noch weiter zu verunsichern.

Öffentliche Differenzen über das Schicksal der Bank seien dem Institut nicht dienlich. Dies sei mit Zustimmung aufgenommen worden. Das sei als eine Annäherung in der Frage des Vorgehens zu sehen. Die Zukunft der Bank sei aber weiterhin völlig offen. "Stuttgart ist keine Einbahnstraße", hieß es nach dem Treffen mit Blick auf die LBBW.

Die Gespräche unter den Eigentümern - neben den Sparkassen sind dies das Land und die Landschaftsverbände - sollen rasch fortgesetzt werden. Ein nächster Termin sei für 13. September anberaumt worden, sagte die Sprecherin des Ministeriums. Finanzminister Helmut Linssen will noch im September eine Investmentbank damit beauftragen, Optionen für die Zukunft der Bank auszuarbeiten. Er hatte einen Verkauf des durchgerechnet 38-prozentigen Landesanteils an einen strategischen Investor oder eine ausländische Bank ins Spiel gebracht.

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