Kreditkrise Auch HSH im Subprime-Markt aktiv

Die HSH Nordbank hat über die Gesellschaften "Poseidon" und "Carrera" 1,8 Milliarden Euro am US-Subprime-Markt investiert. Dennoch sieht Vorstandschef Hans Berger die Landesbank nicht von der US-Hypothekenkrise betroffen.

Hamburg - Das Bankhaus sei über Verbriefungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro am Subprime-Markt engagiert, sagte Vorstandschef Hans Berger am Donnerstag in Hamburg. Die Summe entspreche weniger als einem Prozent der Konzernbilanzsumme.

300 Millionen Euro der Gesamtsumme würden von Dritten verwaltet, für 1,5 Milliarden habe die Bank das Portfolio selbst zusammengestellt. Bei der Auswahl dieser Anlagen habe die fünftgrößte deutsche Landesbank strenge, eigene Kriterien angelegt, beschwichtigte Berger.

Die HSH habe sich nicht auf das Rating der Agenturen verlassen. Es seien hohe Mindestanforderungen an die Schuldnerqualität gestellt worden.

"Rating mindestens AA"

Insgesamt ist die HSH Nordbank den Angaben zufolge mit 4,4 Milliarden Euro über zwei Zweckgesellschaften am Markt für verbriefte Forderungen (ABS) engagiert. Die Namen dieser Vehikel seien "Poseidon" und "Carrera", sagte Berger weiter. Beide Portfolien seien "von erstklassiger Qualität", das schlechteste Rating sei "AA".

Die US-Hypothekenkrise hatte in Deutschland bereits zwei große Banken in Schieflage gebracht: Sowohl die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB als auch die Landesbank SachsenLB hatten sich verspekuliert. Daraufhin mussten ihnen andere Kreditinstitute mit Milliarden unter die Arme greifen.

Gewinn gesteigert

Im ersten Halbjahr hat die HSH Nordbank dank einer deutlich geringeren Vorsorge für faule Kredite ihren Gewinn gesteigert. Von Januar bis Juni habe sich der Gewinn nach Steuern um acht Prozent auf 271 Millionen Euro erhöht, teilte die Bank mit. Dagegen gaben die operativen Erträge wegen eines geringeren Zinsüberschusses auf 1,1 Milliarden Euro leicht nach.

Den Rückgang bei seiner mit Abstand wichtigsten Ertragsquelle erklärte das Geldinstitut mit neuen Bilanzregeln. Dieser Effekt werde sich im Verlauf des Jahres stetig abschwächen. Zudem entwickele sich das Neugeschäft positiv.

Die Risikovorsorge für faule Kredite verringerte sich um 40 Prozent auf 137 Millionen Euro. Allerdings musste die HSH im zweiten Quartal nach eigenen Angaben "höhere Abschreibungen" auf ihr Wertpapierportfolio vornehmen. Ein Teil davon habe im Zusammenhang mit der Krise an den internationalen Finanzmärkten gestanden, teilte das Geldhaus mit, ohne Details zu nennen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.