Deutsche Bahn Umsatzprognose erhöht

Die Deutsche Bahn hat ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben. Auf vergleichbarer Basis wird nun eine Zunahme von 5 Prozent erwartet, noch im März war der Konzern lediglich von einem 3-Prozent-Plus ausgegangen.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bahn hat nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr ihre Prognosen für 2007 angehoben. Im laufenden Jahr erwartet der Konzern nun auf vergleichbarer Basis ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent, teilte die Bahn am Donnerstag mit.

Das Betriebsergebnis vor Sondereffekten soll auf rund 2,4 Milliarden Euro ansteigen. Bisher hatte die Bahn ein Umsatzplus von 3 Prozent und ein Ebit vor Sondereffekten von über 2,1 Milliarden Euro angepeilt. Im ersten Halbjahr hat der Konzern einen Betriebsgewinn von 1,35 Milliarden Euro eingefahren, eine Steigerung von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 5,8 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro.

"Wer die Regeln kennt, weiß, dass das zweite Halbjahr in der Regel besser ist als das erste, sodass wir hier zuversichtlich sein können", sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Die deutlichsten Gewinnzuwächse erzielte das mit Milliarden-Subventionen geförderte Schienennetz. Das Ergebnis verdoppelte sich hier auf 294 Millionen Euro. Ab 2011 soll die Netzsparte, die im Vorjahr noch einen Verlust geschrieben hatte, nach früheren Angaben mehr erwirtschaften als alle anderen Sparten.

Im boomenden Schienengüterverkehr, in dem die Bahn mit der Tochter Railion vertreten ist, kletterte der Gewinn um knapp 50 Prozent auf 200 Millionen Euro. Voraussetzung für weiteres Wachstum sei die angestrebte Teilprivatisierung der Bahn im kommenden Jahr, sagte Mehdorn. "Wir können mit ihr unsere erfolgreiche Entwicklung ohne strategische Brüche fortsetzen."

Das Kabinett hat die Teilprivatisierung bereits beschlossen. Für den auch in der Koalition umstrittenen Gesetzesentwurf steht nun unter anderem noch die Zustimmung der Länder aus, die den Einstieg von Investoren bei der Bahn kritisch sehen. Sie fürchten, dass nur noch in lukrative Strecken investiert wird und das Regionalnetz zu kurz kommt.

Mehdorn trat dem entgegen. "Wir akzeptieren es nicht, wenn interessierte Kreise hier mit den Ängsten der Bevölkerung spielen." Der Regional- und Stadtverkehr mache 90 Prozent der Kundschaft im Personenverkehr aus. "Nicht nur wir, sondern auch jeder Investor müsste doch verrückt sein, hier Hand anzulegen."

Im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Bahn unterdessen ihre Position bekräftigt. Eine Sonderstellung einzelner Berufsgruppen sei weder aufgrund der Ausbildung noch der Belastungen gerechtfertigt, sagte Mehdorn. Einzelheiten zu dem laufenden Vermittlungsverfahren mit der GDL nannte er nicht.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa, reuters

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