DaimlerChrysler Im Namen der Katze

Chrysler ist Vergangenheit für Daimler, und entsprechend will der Konzernvorstand seinen Doppelnamen kürzen. "Daimler" hießen bisher aber die Spitzenmodelle von Jaguar. Dieser Konflikt soll nun aus der Welt sein. Ein anderer Konflikt droht aber noch, mit den eigenen Aktionären.

London/Frankfurt am Main – Nichts soll in Zukunft mehr an das unglückliche Chrysler-Abenteuer erinnern, deshalb soll DaimlerChrysler bald nur noch Daimler heißen. So will es der Vorstand des Konzerns – er muss dabei aber einige Hürden nehmen.

Eine davon ist nun offenbar überwunden. Einem Zeitungsbericht zufolge hat sich der Stuttgarter Autobauer mit dem US-amerikanischen Wettbewerber Ford über die Namensrechte verständigt. Die Rechte an der künftigen Firmenbezeichnung gehören seit mehreren Jahrzehnten dem US-Unternehmen.

Die Ford-Tochter Jaguar erwarb sie 1960, als das Unternehmen einen nach Gottlieb Daimler benannten britischen Hersteller von Luxusfahrzeugen kaufte. Noch heute tragen die Spitzenversionen einer Jaguar-Baureihe oft den Namen Daimler.

Ford habe mit dem deutschen Unternehmen eine Erweiterung der Nutzungsrechte für den Namen Daimler vereinbart, sagte ein Ford-Sprecher dem Blatt. Der US-Konzern erhält nach Angaben von DaimlerChrysler im Gegenzug einen finanziellen Ausgleich. Die Höhe der Zahlung wurde nicht bekannt.

Beschränkung auf den Namensstreit?

Eine weitere Hürde steht noch bevor: die eigenen Aktionäre. Dazu ist eine außerordentliche Hauptversammlung am 4. Oktober in Berlin geplant, in der es ausschließlich um den neuen Namen gehen soll. Sehr wahrscheinlich wird die Tagesordnung um mehrere Punkte verlängert, die dem Vorstand den Tag versauern könnten.

Wie die "Börsen-Zeitung" berichtet, wird der als streitbarer Aktionär bekannte Würzburger Uni-Professor Ekkehard Wenger seine auf der Hauptversammlung im April gestellten Anträge auf Erweiterung der Tagesordnung leicht modifiziert erneut einreichen.

Die Anträge seien nicht hinreichend behandelt worden, sagte Wenger dem Blatt. Wenger und sein Universitätskollege Leonhard Knoll hatten im April unter anderem vergeblich Sonderprüfungen zur Fusion von Daimler-Benz und Chrysler sowie zur Ausgabe von Aktienoptionen an Vorstand und Führungskräfte im Jahr 2003 gefordert.

Der Stuttgarter Autokonzern hatte den Verkauf seiner defizitären US-Sparte Chrysler an die Beteiligungsgesellschaft Cerberus vor rund drei Monaten auf den Weg gebracht. Seitdem ist eine Namensänderung des Unternehmens im Gespräch. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Oktober sollen die Aktionäre die Umbenennung beschließen, wie die Zeitung weiter berichtete.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dow jones

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