Ford Jaguar-Verkauf gefährdet

Der amerikanische Autohersteller kommt beim Verkauf seiner Marken Jaguar und Land Rover nur schleppend voran. Nun könnte die US-Kreditkrise die geplante Veräußerung der beiden Luxussegmente weiter gefährden.

Dearborn - Ford-Chef Alan Mulally hat sich angesichts der Unbeständigkeit der globalen Kreditmärkte besorgt über den Verkauf der britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover geäußert.

Der Chef des Europageschäfts und der Luxussparten, Lewis Booth, sagte, das Unternehmen hoffe, bis spätestens Anfang 2008 neue Details zum Verkauf der beiden Marken zu haben.

Anfang des Monats hatte eine Zeitung berichtet, Ford wolle den Verkauf von Jaguar und Land Rover bis Ende September abschließen. Der zweitgrößte US-Autohersteller hatte kurz zuvor eine Prüfung erster Interessenbekundungen für die Marken angekündigt.

Mulally sagte weiter, die aktuellen Wirtschaftsbedingungen in den USA erschwerten die Bemühungen, Ford dauerhaft zurück in die Gewinnzone zu bringen. Er verfolge die Entwicklung des Verbrauchervertrauens genau.

Vor kurzem hatten Ford  und der Konkurrent General Motors  wegen der Immobilienkrise ihre Prognosen für die US-Autoabsatzzahlen in diesem Jahr gesenkt. Die Absatzzahlen in dem Land sind seit Frühling gesunken, vor allem im Juli wurden deutlich weniger Autos verkauft. Ford will im Zuge seiner Sanierung ein Drittel der Stellen in Nordamerika abbauen.

Wie die britische Zeitung " Daily Telegraph" am Donnerstag unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, ist unterdessen der Interessentenkreis für Jaguar und Land Rover gewachsen. Angeblich sei nun auch Bob Dover, der bis 2003 beim US-Mutterhaus Ford arbeitete, in das Bieterrennen eingestiegen. Dazu habe er sich mit dem US-Fonds TPG verbündet. Dover war während seiner Karriere bei Ford auch zwischenzeitlich Chef der beiden britischen Marken.

Nach früheren Presseberichten sind bereits zwei weitere Ex-Ford-Manager an einer Übernahme interessiert: Jac Nasser, der 1999 bis 2001 Chef des US-Konzerns war, habe sich dazu angeblich mit dem Fonds One Equity Partners verbündet.

Sir Nick Scheele, der Ford zwischen 2001 und 2005 leitete, soll dagegen mit Ripplewood Holdings im Rennen sein. Daneben haben auch der Investmentfonds Cerberus Capital Management sowie die indischen Autobauer Tata Motors und Mahindra and Mahindra (zusammen mit dem Fonds Apollo) Interesse bekundet.

Ford hatte Jaguar 1989 für 2,5 Milliarden Dollar gekauft; Land Rover hatten die Amerikaner im Jahr 2000 für 2,7 Milliarden Dollar von BMW gekauft. Für die beiden Marken arbeiten in Großbritannien knapp 20.000 Menschen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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