Siemens Unregelmäßigkeiten auch in China

Auch in China bleibt der von einer Schmiergeldaffäre gebeutelte Konzern Siemens von Korruption offenbar nicht verschont. 20 Mitarbeiter mussten bereits wegen Unregelmäßigkeiten entlassen werden, die Untersuchungen dauern an.

Shanghai - Der Siemens-Konzern  hat nun auch Unregelmäßigkeiten in China eingeräumt. Es seien 20 Mitarbeiter in China wegen inakzeptablen Verhaltens entlassen worden, berichtete China-Chef Richard Hausmann zusammen mit dem neuen Siemens-Vorstandschef Peter Löscher vor chinesischen Journalisten.

Löscher habe betont, Bestechungen würden als Verstoß gegen die Politik des Hauses nicht geduldet. Die Äußerungen zur Schmiergeldaffäre fielen am Vortag während des ersten Besuches von Löscher in China in einem Pressegespräch, zu dem deutsche oder andere ausländische Journalisten nicht eingeladen worden waren.

"Wir haben einige Fälle gefunden und arbeiten daran, es gab klare Konsequenzen in diesen Fällen", sagte Hausmann. Vorwürfe, dass mehr als die Hälfte des China-Geschäfts korrupt sei, könnten so nicht erhoben werden. Die Untersuchungen dauerten an. "Wir kooperieren umfassend in den Ermittlungen und ich habe volles Vertrauen, dass wir es richtig machen - in Zusammenarbeit mit den betreffenden Behörden", wurde Hausmann auch in chinesischen Medien zitiert.

Es laufe eine umfassende Buchprüfung. Dass Korruption nicht geduldet und die Einhaltung dieser Politik gefordert werde, kommuniziere Siemens intern an seine Mitarbeiter.

Siemens steigerte seinen Umsatz in China im vergangenen Jahr um 37 Prozent auf 50,4 Milliarden Yuan (umgerechnet rund fünf Milliarden Euro). Der Marktanteil legte in drei Jahren von 3,5 auf 6 Prozent zu. Die Beschäftigtenzahl in China ist 2006 um 8000 auf 43.000 gestiegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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