CO2-Ausstoß Ferrari pocht auf Sonderstellung

Der Sportwagenhersteller Ferrari will seine Umsatzrendite in diesem Jahr auf 15 Prozent steigern. Beim Thema Umweltschutz erhofft sich Konzernchef Jean Todt ein Entgegenkommen der EU.

Hamburg - Ferrari-Chef Jean Todt rechnet mit weniger strikten Umweltregeln für kleine Autohersteller. Das sagte Todt in der neuen Ausgabe des manager magazin, die am Freitag (24. August) erscheint. Der Sportwagenhersteller arbeite bezüglich dieses Themas sehr eng mit der Europäischen Kommission in Brüssel zusammen. Ferrari gehört zu 85 Prozent dem Fiat-Konzern .

Ferrari könne sich nicht darauf verlassen, dass die EU bei ihren Umweltauflagen CO2-Mittelwerte für Konzerne statt für einzelne Marken bilde, sagte Todt. Das sei allerdings "eine der Möglichkeiten; für viele andere kleine Hersteller übrigens auch".

Die EU schreibt den Autoherstellern vor, den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge bis 2012 auf durchschnittlich 130 Gramm pro Kilometer zu senken. "Gibt es neue Umweltregeln, halten wir diese natürlich ein", sagte Todt dem manager magazin. "Aber die Führung auf diesem Feld überlassen wir anderen."

Todt ist seit 14 Jahren Rennsportchef von Ferrari. Ende 2006 übernahm er auch den Vorstandsvorsitz. Die Fiat-Tochter erzielte im vergangenen Jahr eine Umsatzrendite von 12,6 Prozent. "Für dieses Jahr peilen wir 15 Prozent an", schraubte Todt die Erwartungen hoch.

Der Ferrari-Chef sagte, er habe vergeblich versucht, Michael Schumacher für das Management zu gewinnen. "Er wäre ein sehr guter Manager", sagte Todt. Aber "er hat sicher keine Lust, zwölf oder gar 14 Stunden am Tag im Büro zu sitzen". Der siebenfache Formel-1-Weltmeister berate Ferrari bei der Entwicklung der GT-Autos.

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