Novartis Ärger in Indien

Nach einem Gerichtsstreit stoppt der Pharmakonzern Novartis umfangreiche Forschungsinvestitionen in Indien. Das Land droht dadurch im internationalen Standortwettstreit in Rückstand zu geraten.

London - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis  streicht Investitionen im dreistelligen Millionenbereich in Indien. Nachdem der Oberste Gerichtshof Indiens in einem Patentschutzverfahren ein für Novartis ungünstiges Urteil gefällt habe, seien Investitionen in den Ausbau der Forschungskapazitäten in dem Land gestoppt worden, sagte Vorstandschef Daniel Vasella der Zeitung "Financial Times".

Novartis hatte mit einem Antrag vor dem indischen Gericht die Verfassungsmäßigkeit einzelner Patentgesetzbestimmungen klären wollen. Der Oberste Gerichtshof wies den Antrag ab und verwies ihn an die Welthandelsorganisation (WTO). "Diese Entscheidung ist keine Einladung, in Indien in Forschung und Entwicklung zu investieren", sagte Vasella.

Novartis hatte dem Bericht zufolge Ausgaben in dreistelliger Millionenhöhe für den Ausbau seiner indischen Forschungskapazitäten vorgesehen. Diese würden nun in anderen Ländern getätigt, sagte der Vorstandschef.

Die Zeitung wertete den Rückzug der Schweizer als harten Schlag für Indien als Pharmastandort. Viele internationale Konzerne haben in den vergangenen Jahren Forschungsbereiche auf dem Subkontinent aufgebaut, da in Indien der Schutz des geistigen Eigentums als sicherer angesehen wird als in China.

Unterdessen halten sich hartnäckige Gerüchte über eine Übernahme des Konkurrenten Bayer  durch Novartis.

Die Bayer-Aktie erreichte gestern mit einem Plus von beinahe vier Prozent den deutlichsten Kursgewinn aller Dax-Titel.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.