Commerzbank Blessing wird neuer Chef

Das Rennen um die Nachfolge von Klaus-Peter Müller ist gelaufen. Neuer Vorstandsvorsitzender der Commerzbank soll mit der Hauptversammlung im kommenden Jahr Martin Blessing werden. Müller seinerseits löst im Zuge des Revirements dann Martin Kohlhaussen als Chef des Aufsichtsrats ab.
Von Ulric Papendick

Hamburg - Bei der Frankfurter Commerzbank  soll es Mitte nächsten Jahres zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze kommen. Der amtierende Vorstandschef Klaus-Peter Müller (62) wird zur Hauptversammlung im Mai 2008 an die Spitze des Aufsichtrats wechseln. Sein Nachfolger soll der für das Mittelstandsgeschäft zuständige Commerzbank-Vorstand Martin Blessing (44) werden. Das berichtet manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (24. August) erscheint.

Um Spekulationen über die Nachfolge Müllers zu beenden, dessen Vorstandsvertrag bis 2010 läuft, haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat in informellen Vorgesprächen auf diese Lösung verständigt. Müller löst im Kontrollgremium Martin Kohlhaussen (71) ab, der nächstes Jahr aus Altersgründen ausscheiden will. Das Revirement der Führungsgremien soll auf der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung der Commerzbank Anfang November formell beschlossen und anschließend offiziell verkündet werden.

Müller wird demnach auf seine letzten beiden Jahresgehälter als Vorstandschef - insgesamt rund sieben Millionen Euro - verzichten. Als Chefkontrolleur kann er mit etwa 330.000 Euro jährlich rechnen. Das Modell der Deutschen Bank , die dem früheren Vorstand Clemens Börsig (59) beim Wechsel an die Aufsichtsratsspitze die Restlaufzeit seines Vertrags größtenteils vergütete, will die Commerzbank vermeiden.

Der künftige Vorstandschef Blessing gilt in der Frankfurter Bank seit Längerem als Kronprinz. Allerdings hatten sich auch andere Vorstände Hoffungen auf die Müller-Nachfolge gemacht, unter anderen Privatkundenchef Achim Kassow (41) und Finanzvorstand Eric Strutz (42). Beiden fehle es jedoch an Erfahrung, um die Leitung eines Konzerns zu übernehmen, sagen Kenner der Bank.

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