Siemens Ermittlungen in Liechtenstein

In der Siemens-Affäre hat sich nun auch die Staatsanwaltschaft im Fürstentum Liechtenstein zu Wort gemeldet. Dort laufen bereits seit 2006 Ermittlungen wegen dubioser Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe.

München - Die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein ermittelt wegen dubioser Zahlungen aus der Kraftwerkssparte von Siemens . Im Fürstentum laufe seit 2006 eine Strafuntersuchung gegen einen Ägypter und unbekannte Täter wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Zahlungen über rund 190 Millionen Euro, erklärte Staatsanwalt Robert Wallner im ZDF-Magazin "Wiso".

Die Zahlungen seien von der Siemens-Kraftwerkssparte PG über Liechtenstein abgewickelt worden. Die Ermittler hätten zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt, die noch ausgewertet würden.

Ein Siemens-Sprecher verwies auf die laufenden Untersuchungen und wollte sich nicht zu Details äußern. Siemens hatte seine internen Schmiergeld-Untersuchungen von der ehemaligen Telekommunikationssparte Com und dem Autozulieferbereich VDO zuletzt auf eine Reihe anderer Bereiche ausgedehnt. In diesem Zusammenhang hatte der Konzern mitgeteilt, das Gesamtvolumen fragwürdiger Geldströme liege "deutlich über dem Betrag der zum Ende des Geschäftsjahrs 2006 untersuchten Zahlungen".

Damals hatte Siemens 420 Millionen Euro auf den Prüfstand gestellt. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hat zuletzt Standorte der Kraftwerkssparte in Erlangen, Offenbach und Karlsruhe unter die Lupe genommen. Hintergrund dieser Razzien waren Vorwürfe, dass bei der Vergabe eines EU-Auftrags zur Modernisierung eines Kraftwerks in Serbien Schmiergelder geflossen sein sollen.

In einem Strafprozess in Darmstadt wurden kürzlich zwei Siemens-Manager aus der Kraftwerkssparte wegen Bestechung von Mitarbeitern des italienischen Energiekonzerns Enel verurteilt. Sie fechten allerdings den Richterspruch an.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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