Luftfahrtboom Chinesen ziehen Notbremse

Wegen des enormen Wirtschaftswachstums erscheint China vielen Flugzeugherstellern als verheißungsvoller Zukunftsmarkt. Doch die hohen Erwartungen bekommen jetzt einen Dämpfer: Weil den Chinesen ihr boomender Luftverkehr über den Kopf wächst, haben sie erst einmal die Notbremse gezogen.

Peking - China hat aus Sorge um die Sicherheit Einschränkungen seines boomenden Luftverkehrs angeordnet. Die Wachstumsrate der Branche von bis zu 16 Prozent jährlich habe zu einem Mangel an technischem Personal und einem überfüllten Luftraum geführt, erklärte die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC am Mittwoch.

Auch die Flughäfen stießen an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb sollten bis zum Jahr 2010 keine neuen Fluggesellschaften mehr zugelassen werden. Zudem werde das Wachstum der bereits vorhandenen Anbieter beschränkt und die Zahl der Flüge kontrolliert. Ungeachtet intensiver Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2008 habe der Flughafen von Peking sofortige Einschnitte im Flugplan für die wichtigsten chinesischen Gesellschaften angeordnet, hieß es weiter.

Ausgenommen von den Einschränkungen sollen Frachtflugzeuge werden, ferner Gesellschaften mit ausländischen Piloten und solche, die überwiegend nachts fliegen. Auch für Airlines, die in China gefertigte Maschinen nutzen oder in den weniger entwickelten Westen und Nordosten des Landes fliegen, gelten die restriktiven Regeln der CAAC zufolge nicht.

Seit die chinesische Regierung private Fluggesellschaften zugelassen und die Branche für ausländische Investitionen geöffnet hat, ist eine Vielzahl neuer Unternehmen auf den Markt getreten. Trotz Milliardeninvestitionen in neue Flughäfen stößt die Infrastruktur an ihre Grenzen, häufig kommt es zu Verspätungen.

China erscheint wegen steigender Einkommen und des Wirtschaftsbooms auch Flugzeugherstellern wie dem europäischen Airbus-Konzern zunehmend attraktiv.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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