Kreditkrise 48 Milliarden Euro für den Markt

Frankfurts Währungshüter haben erneut Milliarden in den europäischen Geldmarkt gepumpt, um das Refinanzierungsgeschäft der Banken zu beruhigen. Auch in Japan und den USA legten die Notenbanken nach.

Hamburg - Die Europäische Zentralbank hat zur zusätzlichen Versorgung des Geldmarktes mit Liquidität erneut einen Schnelltender ausgeschrieben. Der Durchschnittszins lag bei 4,07 Prozent und der Marginalsatz - der niedrigste Satz, zu dem noch Gebote angenommen werden - bei 4,06 Prozent. 59 Bieter hatten sich an dem Tender beteiligt. "Mit dieser Feinsteuerungsoperation unterstütze wir die Normalisierung der Bedingungen am Geldmarkt", sagten die Frankfurter Währungshüter. Insgesamt teilte die Europäische Zentralbank (EZB) 47,66 Milliarden Euro zu.

Bereits am Donnerstag und Freitag vergangener Woche hatte Europas Notenbank jeweils per Schnelltender etwa 156 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, so dass das Tendervolumen der drei Tender insgesamt die 200-Milliarden-Euro-Grenze überschritt. Zuletzt bot die EZB mehr Geld an, als die Banken in Anspruch nehmen mussten. Zudem sinkt das Tender-Volumen deutlich.

Auch andere Notenbanken hatten dem Geldmarkt weltweit eine Finanzspritze gegen, um eine Kreditkrise zu verhindern: Geschäftsbanken leihen sich untereinander am Geldmarkt Bares.

Zuletzt waren die Preise dafür aber so deutlich gestiegen, dass die Refinanzierung der Banken teuer zu werden drohte. Die Eurobanker hatten deshalb eingegriffen, und zwar zum ersten Mal seit den Terroranschlägen in Amerika am 11. September 2001.

Auch die US-Notenbank hat am Freitag mit drei verschiedenen Repogeschäften insgesamt 38 Milliarden Dollar in das amerikanische Bankensystem gegeben. Am Montag ließ die Fed dem geldmarkt weitere zwei Milliarden Dollar Liquidität zukommen.

Neben der Europäischen Zentralbank pumpte erneut die japanische Notenbank zusätzliches Geld in den Markt. Zum zweiten Mal binnen zweier Handelstage hat sie den Geldmarkt des asiatischen Landes so mit zusätzlichen Milliarden versorgt. Jetzt sollen weitere 5,1 Milliarden Dollar in den Geldkreislauf fließen. Bereits am Freitag hatte die Bank of Japan dem Bankensystem umgerechnet 8,45 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt.

manager-magazin.de mit mMaterial von dpa und reuters