Schmiergeldaffäre Durchsuchungen bei Siemens

Siemens hat der Staatsanwaltschaft erneut Einblick in Geschäftsunterlagen gewähren müssen. An drei Standorten durchsuchten Beamte Büros des Konzerns.

Hamburg - In der Schmiergeldaffäre bei Siemens hat es neue Durchsuchungen gegeben. Gestern und vorgestern seien Büros in Erlangen, Offenbach und Karlsruhe durchsucht werden, berichtete der Konzern heute in einem US-Börsenbericht. Dabei habe es sich um Standorte des Bereichs Energieerzeugung gehandelt.

Nach Siemens-Angaben gegenüber manager-magazin.de steht die neue Durchsuchung mit einer älteren Ermittlung der Staatsanwaltschaft in Zusammenhang, die seit dem Jahre 2004 laufe. Neue Ergebnisse gäbe es bisher indes nicht.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt bereits seit Jahren wegen des Verdachts der Bestechung. Siemens-Mitarbeiter sollen einen Projektmanager der Europäischen Agentur für den Wiederaufbau in Belgrad bestochen haben. Durch die Schmiergeldaffäre drohen Siemens  insgesamt Strafen in Milliardenhöhe. Der Konzern könnte schlimmstenfalls sogar von öffentlichen Aufträgen in Amerika ausgeschlossen werden.

Siemens hat mit Peter Löscher deshalb einen neuen Vorstandschef ins Unternehmen geholt, der mit den Schmiergeldvorwürfen auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden kann.

Löscher soll das in ein Korruptionsverfahren bislang nie gekannten Ausmaßes verstrickte Traditionshaus wieder zu einem angesehenen Unternehmen machen, "auf das die Mitarbeiter stolz sind und die Welt mit Respekt schaut", wie es der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme beschreibt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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