IKB Aktionärsschützer will Managerhaftung

Nach der Beinahepleite der Mittelstandsbank IKB fordert Aktionärsschützer Ulrich Hocker ein Gesetz für direkte Managerhaftung. Vorstände und Aufsichtsräte, so Hocker, sollten gegenüber den Aktionären für Fehler geradestehen.

Düsseldorf - Aktionärsschützer haben auf Grund der Vorgänge bei der in Schieflage geratenen Mittelstandsbank IKB  schärfere Gesetze gefordert. "Der Fall der IKB macht einmal mehr überdeutlich, wie dringend wir hierzulande eine direkte Haftung von Vorständen und Aufsichtsräten gegenüber ihren Aktionären im Fall fehlerhafter Kapitalmarktinformation brauchen", sagte Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), am Freitag.

Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt den Angaben Hockers zufolge "fix und fertig in der Schublade des Bundesfinanzministeriums". Bereits 2004 habe das sogenannte KapInHaG eingeführt werden sollen. "Massiver Druck seitens der Wirtschaft hat damals die Einführung verhindert. Nach dem IKB-Fall gibt es für den Gesetzgeber keine Ausrede mehr. Jetzt muss endlich gehandelt werden", forderte Hocker.

Am 20. Juli hatte die IKB in einer Pressemeldung erklärt, man sei "lediglich mit einem einstelligen Millionenbetrag" von der Hypotheken-Krise in den USA betroffen. Der für 2007 erwartete operative Gewinn werde erreicht. Nur zehn Tage später musste das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgeben, worauf der Kurs der IKB-Aktie massiv einbrach. Die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die gesamte Bankenbranche starteten daraufhin eine milliardenschwere Rettungsaktion für die Bank.

In den USA wäre in einem solchen Fall Schadensersatz für die Anleger fast sicher. Dort reiche die falsche Information, sagte Hocker. Es sei nicht notwendig, dass betroffene Aktionäre die Meldung bewusst wahrgenommen hätten. In Deutschland sieht dies anders aus: "Hier ist nicht nur der Beweis notwendig, dass die betreffende Kapitalmarktinformation falsch war. Zusätzlich muss nachgewiesen werden, dass die Kaufentscheidung des betroffenen Aktionärs ausschließlich aufgrund dieser Desinformation getroffen wurde", sagte Hocker.

manager-magazin.de mit Material von ddp