Sozialhilfe Spitzenzahler Bremen

Im Jahr 2006 sind die Ausgaben für Sozialhilfe um 4 Prozent gestiegen - auf 18,3 Milliarden Euro. Pro Einwohner haben die Behörden in Westdeutschland laut statistischem Bundesamt deutlich mehr bezahlt als im Osten.

Wiesbaden - Die Sozialhilfeausgaben sind im vergangenen Jahr um rund 4 Prozent gestiegen. Allein für die Grundsicherung im Alter zahlten die öffentlichen Kassen 12 Prozent mehr als 2005 und für Hilfe für den Lebensunterhalt 10,8 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit gab es in diesen beiden Bereichen die stärkste Ausgabensteigerung.

Brutto wurden 20,7 Milliarden Euro für Sozialhilfeleistungen nach der seit Anfang 2005 geltenden Neuregelung ausgegeben. Eingenommen haben die für Sozialhilfezahlungen zuständigen öffentlichen Kassen 2,4 Milliarden Euro zum größten Teil aus Erstattungen anderer Sozialleistungsträger. Damit verbleiben Sozialhilfeausgaben von 18,3 Milliarden Euro.

Mit 10,6 Milliarden Euro lag der größte Anteil wie in den Vorjahren bei der Eingliederungshilfe für Behinderte. Er liegt bei 58 Prozent. Die Zunahme im Vergleich zum Vorjahr beträgt 4,4 Prozent. Für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zahlten die Sozialhilfeträger 3,1 Milliarden Euro. Dies entspricht 17 Prozent der gesamten Sozialhilfeausgaben.

Für die Hilfe zur Pflege wurden 2,6 Milliarden Euro ausgegeben, das ist nur eine geringfügige Zunahme um 0,4 Prozent. Dieser Bereich macht 14 Prozent der Gesamtsumme aus. Die Hilfe zum Lebensunterhalt kostete die öffentlichen Kassen 681,8 Millionen Euro, das sind 4 Prozent der gesamten Sozialhilfeausgaben. Im Jahr 2004, vor Inkrafttreten des Hartz-IV-Gesetzes, wurden noch 8,8 Milliarden Euro für Hilfe zum Lebensunterhalt ausgegeben.

Die Ausgaben für Hilfsbedürftige, die grundsätzlich erwerbsfähig sind, und deren Familienangehörige werden seit 2005 nicht mehr in der Sozialhilfe-Statistik aufgeführt. Je Einwohner wurden in Deutschland 2006 für die Sozialhilfe rechnerisch 222 Euro ausgegeben. In Westdeutschland (ohne Berlin) waren es mit 232 Euro, in Ostdeutschland (ohne Berlin) nur 145 Euro. Die mit Abstand höchsten Sozialhilfeausgaben je Einwohner hatten wie schon im Vorjahr die drei Stadtstaaten Bremen (363 Euro), Hamburg (346 Euro) und Berlin (331 Euro).

Die geringsten Ausgaben je Einwohner hatten Baden-Württemberg und Bayern mit 162 Euro beziehungsweise 193 Euro. In Ostdeutschland waren in Sachsen (110 Euro) und Thüringen (146 Euro) die Pro-Kopf-Ausgaben am niedrigsten. Die Sozialhilfe wird von örtlichen Trägern - das sind die Städte, Gemeinden und Landkreise - und überörtlichen Trägern wie Landeswohlfahrts- und Landschaftsverbänden wie auch den Bundesländern gezahlt.

manager-magazin.de mit Material von reuters