EADS Augsburger Werk gefährdet

EADS prüft im Zuge seiner Sanierung auch den Verkauf des Werkes in Augsburg. Eine Entscheidung soll noch im Sommer erfolgen. Zusammen mit den Standorten Nordenham und Varel, deren Verkauf ebenfalls zur Diskussion steht, könnte ein neuer Hersteller von Flugzeugbauteilen entstehen.

München - Der europäische Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS  will sich im Zuge der Sanierung der Tochter Airbus nun möglicherweise auch von seinem eigenen Werk in Augsburg trennen. Die Fabrik mit 2000 Mitarbeitern könnte der Schlüssel zu einem Verkauf der beiden Airbus-Komponentenwerke in Varel und Nordenham in Niedersachsen sein.

EADS erklärte am Donnerstag, Augsburg könne in einen Verbund mit den zum Verkauf stehenden Airbus-Werken eingebracht und zum Partner des Flugzeugbauers werden. Die in Augsburg ansässige, zur Bremer OHB Technology  gehörende MT Aerospace hat für Varel und Nordenham geboten.

Das Werk Augsburg gehört zwar zur Rüstungssparte von EADS, macht aber nach Unternehmensangaben 70 Prozent des Umsatzes mit Airbus. In Augsburg werden aus Metall, vor allem aber auch aus Kohleverbundfasern Rumpfsektionen und Tragflächenkomponenten für Airbus-Maschinen gefertigt. Daneben werden dort Rumpfteile für den Kampfjet Eurofighter sowie das Militärtransportflugzeug Airbus A400M gebaut. Für den A400M produziert das Werk auch das Frachtraumladetor.

"Im Zuge der veränderten Airbus-Zuliefererstruktur, die eine Ausgliederung der Flugzeugkomponenten in erheblichem Umfang vorsieht, könnten sich diese Standorte gemeinsam um wesentliche Arbeitspakete für das A350XWB-Programm und weitere zukünftige Airbusprogramme bewerben", hieß es in der Mitteilung von EADS mit Blick auf Augsburg, Varel und Nordenham. Das könnte bedeuten, dass dem Werk nicht unerhebliche Aufträge für Airbus entgehen würden, sollte es bei EADS bleiben.

Airbus will die Produktion von Flugzeugteilen verstärkt auslagern, da dies kostengünstiger ist. Eine Entscheidung über den Verkauf von Augsburg sei noch nicht gefallen, teilte EADS mit. Diese hänge vom Ausgang der Prüfung ab.

Lieferschwierigkeiten mit dem doppelstöckigen Airbus A380 hatten eine Krise des europäischen Flugzeugbauers ausgelöst. Im Zuge des Sanierungsprogramms Power 8 will Airbus sechs seiner 16 Werke ganz oder teilweise verkaufen. In Deutschland sind bisher drei Fabriken davon betroffen. Interesse an dem Werk in Laupheim bei Ulm hat der Zulieferer Diehl angemeldet. Ob Diehl ein Angebot abgegeben hat, ist aber unklar.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters

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