Bahn-Streit Biedenkopf und Geißler vermitteln

Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler werden im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft vermitteln. Geißler wurde von der GDL, Biedenkopf von der Bahn vorgeschlagen.

Berlin - Die früheren CDU-Politiker Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf werden Vermittler im Tarifstreit zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Das bestätigte der Konzern am Donnerstag . Bahnchef Hartmut Mehdorn erklärte, er sei "sehr froh, dass sich zwei erfahrene Moderatoren und anerkannte Persönlichkeiten bereit erklärt haben, diese anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen."

"Das wäre mir ein sehr sympathischer Mensch für diese Rolle", hatte sich Manfred Schell, GDL-Vorsitzender, zuvor über Geißler geäußert. Geißler sei jemand, der "logischerweise auch ein Stück Arbeitnehmerbezug" habe und bereits Erfahrungen als Schlichter. Der 77 Jahre alte CDU-Politiker hat zwischen 1997 und 2002 vier Mal im Baugewerbe als Schlichter eine Lösung im Tarifkonflikt herbeigeführt.

Die GDL hatte zur Durchsetzung ihrer Forderungen am Vormittag die S-Bahnen in Berlin und Hamburg bestreikt. Die Lokführer fordern von der Deutschen Bahn unter anderem 31 Prozent mehr Gehalt. Die Gewerkschaft hatte zunächst für Donnerstag Streiks im Güterverkehr geplant. Das Arbeitsgericht Nürnberg untersagte jedoch per einstweiliger Verfügung bundesweit Arbeitsniederlegungen im Güter- und Fernverkehr.

Die GDL legte Widerspruch gegen das Urteil ein und will laut GDL-Chef Manfred Schell die Verweisung der Streitsache an das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main beantragen, wo die GDL als beklagte Partei ihren Sitz hat.

Die Lokführergewerkschaft will nach Schells Worten erst dann an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die Bahn ein tragfähiges Angebot unterbreitet. Dies sei "seit dem 19. März bis zur Stunde nicht geschehen". Und solange ein solches Angebot nicht vorliege, "gibt es auch nichts zu verhandeln".

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp, dpa, reuters

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