IKB-Krise Finanzvorstand muss gehen

Während der von der IKB beratene Rhineland Fonds die von der KfW zugesagten Garantien bereits nutzt, hat die schwer angeschlagene Mittelstandsbank sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Finanzvorstand Volker Doberanzke getrennt. Zudem soll die Dividendenzahlung ausgesetzt werden.

Düsseldorf – Dies teilte die wegen ihres Engagements im US-Markt für schwach besicherte Hypothekenkredite (Subprimes) in eine finanzielle Schieflage geratene IKB  am Dienstagabend mit.

Die Probleme der Bank resultieren vor allem aus dem von der IKB geführten Investmentvehikel Rhineland Funding, das auch in US-Immobilienkredite aus dem Subprime-Bereich investiert war.

Steigende Zinsen und fallende Immobilienpreise hatten in den USA dazu geführt, dass Schuldner mit geringer Kreditwürdigkeit den Zahlungen für ihre zweitklassigen Hypothekenkredite nicht mehr nachkommen konnten. Da die Forderungen aus diesen sogenannten Subprime-Darlehen meistens gebündelt und als Kreditderivate über die Börse weiterverkauft wurden, geraten Banken und andere institutionelle Investoren in Schwierigkeiten. Weltweit hat dies an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen für Kursverluste gesorgt.

Veröffentlichung der Quartalszahlen verschoben

Vergangene Woche hatte die bundeseigene KfW-Bankengruppe angekündigt, Rhineland Funding bis zu 8,1 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Die verbleibenden 6,5 Milliarden Euro Liquiditätslinien würden unverändert von einer Gruppe anderer Banken bereitgestellt, teilte die IKB nun mit.

Die ursprünglich für den 14. August vorgesehene Veröffentlichung der Dreimonatszahlen für das Geschäftsjahr 2007/08 will die IKB auf den 28. September verschieben. Ein Sprecher konnte nicht sagen, ob bis dahin eine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr möglich sein wird. Ende Juli hatte die IKB mitgeteilt, dass sie wegen der Subprime-Krise nicht in der Lage sein werde, das geplante Ziel von 280 Millionen Euro operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen.

Unter der Führung von Lutz-Christian Funke setzt die Mittelstandsbank nun einen Krisenstab ein, um die Probleme des Instituts weiter zu untersuchen. Funke kommt als Direktor aus dem Vorstandsstab der mit 38 Prozent an der IKB beteiligten KfW und wird nun Generalbevollmächtigter bei der Mittelstandsbank. Die Aufgaben des ausscheidenden Finanzvorstandes Doberanzke werden kommissarisch von dem Mitglied des Vorstandes Dieter Glüder übernommen.

Der ehemalige Sprecher des IKB-Vorstandes, Stefan Ortseifen, hatte angesichts der Krise ebenfalls vor einigen Tagen bereits seinen Hut nehmen müssen. Wie der nun eingesetzte Generalbevollmächtigte Funke und der Ende Juli zum Vorstand berufene Glüder kommt auch der neue Vorstandsvorsitzende der IKB, Günther Bräunig; von der Hauptaktionärin KfW.

US-Fonds hat erste KfW-Gelder bekommen

Die in der Krise um die IKB von der staatseigenen Förderbank KfW zugesagten Garantien werden unterdessen bereits genutzt.Der von der IKB beratene Rhineland Fonds, der mit Anleihen auf dem US-Markt in Schieflage geraten war hatte, habe erste Gelder erhalten, bestätigte am Mittwoch eine Sprecherin der KfW in Frankfurt. Dies bedeute aber nicht, dass diese Mittel verloren seien. Zur genauen Höhe der geflossenen Gelder machte die Bank keine Angaben.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa