LTU Freie Bahn für Air Berlin

Das Kartellamt hat die LTU-Übernahme durch Air Berlin genehmigt. Firmenchef Joachim Hunold begrüßt diese Entscheidung - und moniert, dass sie solange auf sich warten ließ.

Berlin/Düsseldorf - Das Bundeskartellamt hat die Übernahme des Ferienfliegers LTU durch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin  ohne Auflagen genehmigt. Diese Entscheidung sei am Dienstagabend gefallen, berichtete Air Berlin am Mittwoch.

Air Berlin-Vorstandsvorsitzender Joachim Hunold begrüßte die Entscheidung des Kartellamts: "Jetzt haben wir endlich die strategische Weichenstellung, die wir uns schon lange gewünscht haben. Bedauerlich ist nur, dass der Prüfungsprozess durch die Behörde so lange gedauert hat. Dadurch sind uns Synergie-Effekte verloren gegangen, die wir gerne noch in diesem Jahr realisiert hätten. So konnten wir beispielsweise unsere Sommerflugpläne nicht aufeinander abstimmen."Von 2008 an erwartete der Air Berlin-Vorstand durch die Übernahme Kosteneinsparungen zwischen 70 und 100 Millionen Euro jährlich. "Ob wir dieses Ergebnis jetzt noch erreichen können, hängt nicht unwesentlich vom Ausgang der Tarifverhandlungen ab, die derzeit mit den LTU-Piloten geführt werden", erklärte Hunold.

Die LTU betreibt derzeit 27 Flugzeuge und beschäftigt nahezu 2800 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 1,06 Milliarden Euro Umsatz und beförderte 5,7 Millionen Passagiere. Rechtlich bleibt die LTU auch nach der Übernahme ein selbstständiges Unternehmen.

Air Berlin hatte bereits Ende März angekündigt, die Düsseldorfer Fluggesellschaft kaufen zu wollen. Als Kaufpreis waren 140 Millionen Euro vereinbart worden. Außerdem wurden 200 Millionen Euro für die Übernahme von Altschulden bereitgestellt. LTU liegt im Tarifstreit mit der Pilotenvereinigung Cockpit.

manager-magazin.de mit Material von dpa