WestLB Übernahme im August?

Die Zukunft der WestLB soll sich nach den Worten des nordrhein-westfälischen Finanzministers Helmut Linssen noch im August entscheiden. Neben einem Verkauf des Landesanteils seien auch verschiedene Kooperationsmodelle im Gespräch.

Düsseldorf - Das Land sei für alle Lösungen offen, sagte Linssen (CDU) am Montag im Düsseldorfer Landtag. Optionen für die durch Verlustgeschäfte im Eigenhandel in Turbulenzen geratene WestLB seien ein Zusammengehen mit der LBBW sowie auch gemeinsame Holding mit der SachsenLB, der auch andere Landesbanken beitreten könnten.

Darüber hinaus könne das Land seinen Anteil an dem Geldhaus auch an einen privaten Investor verkaufen. Das Land wolle dabei darauf achten, dass durch den Verkauf seines Anteils der Finanzplatz NRW gestärkt werde.

Nordrhein-Westfalen will sich bereits seit geraumer Zeit von der 38prozentigen Beteiligung an dem Institut trennen. Doch durch die Fehlspekulationen im Eigenhandel der Bank, die zu einem Führungswechsel an der Spitze des Geldhauses geführt hatten, ist der Druck für eine schnelle Lösung gewachsen. Der neue Vorstandschef Alexander Stuhlmann will zudem nur für ein Jahr die Geschicke des Instituts leiten.

Linssen verteidigte den Führungswechsel an der Spitze der WestLB und sagte, von der Finanzaufsicht Bafin beauftragte Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG seien zu dem Schluß gekommen, dass der Vorstand den Aufsichtsrat nicht hinreichend über Risiken und Verluste informiert habe.

"Weitere Verluste nicht auszuschließen"

Durch die Spekulationen im Eigenhandel sind der Bank bislang Schäden von mindestens 243 Millionen Euro entstanden. Linssen sagte, weitere Verluste seien nicht auszuschließen. Über weitere Konsequenzen müsse entschieden werden, wenn der endgültige Bericht der BaFin vorliege - dies werde wohl spätestens Anfang September der Fall sein.

Linssen wies zudem Presseberichte zurück, nach denen der geschasste WestLB-Chef Thomas Fischer eine Abfindung in einer Höhe von fünf Millionen Euro bekommen soll. "Da ist nichts dran", betonte der Minister. Das Aufsichtsratspräsidium habe sich alle Optionen offen gehalten und werde handeln, wenn der endgültige Bericht der BaFin vorliege.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap