ABN Amro Barclays-Angebot ist offiziell

Im Bieterkampf um die niederländische Großbank ABN Amro haben jetzt die Aktionäre das Wort. Wettbewerber Barclays hat ein offizielles Angebot eingereicht. Die Briten bieten weniger Geld als ein konkurrierendes Dreiergespann um die RBS, das die Bank allerdings zerschlagen will. Der ABN-Amro-Vorstand ist neutral.

London/Amsterdam - Nach Erhalt der letzten Freigabe seitens der Behörden legt die britische Großbank Barclays  am heutigen Montag ihr Übernahmeangebot für den niederländischen Wettbewerber ABN Amro  nun offiziell vor. Die Offerte starte am Dienstag und die ABN-Aktionäre hätten bis zum 4. Oktober Zeit, sie anzunehmen, teilte das britische Institut am Montag in London mit.

Der Finanzkonzern bestätigte damit seine zuletzt mit Hilfe Chinas und Singapurs auf 65 Milliarden Euro aufgestockte Offerte. Die Bank bietet 2,13 neue Barclays-Aktien und 13,15 Euro in bar pro ABN-Papier - insgesamt also rund 67 Milliarden Euro. Bei Erreichen einer Annahmequote von 80 Prozent sei das Gebot nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Aktionäre von Barclays sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 14. September entscheiden, ob sie hinter dem Gebot für ABN Amro stehen.

Die Anteilseigner von ABN Amro entscheiden dann vier Tage später - am 20. September - über beide vorliegenden Offerten. Sie müssen dann das Barclays-Gebot gegen die konkurrierende Offerte eines belgisch-schottisch-spanisches Konsortiums abwägen, das insgesamt 71,1 Milliarden Euro bietet. Royal Bank of Scotland (RBS) , Fortis  und Banco Santander  wollen ihr Angebot, das am 5. Oktober ausläuft, zu 93 Prozent in bar auszahlen. Auch sie setzen eine Annahmequote von 80 Prozent voraus.

Das RBS-Konsortium will ABS im Gegensatz zu Barclays nach einer Übernahme aufspalten. Fortis will den Kauf mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von 13 Milliarden Euro finanzieren. Die Aktionäre stimmten dem Übernahmeangebot auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung stimmten am Montag in Brüssel mit überwältigender Mehrheit zu. 95,45 Prozent billigten die Offerte, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Abstimmungen über eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe zusätzlicher Aktien im Umfang von 13 Milliarden Euro standen bei Fortis noch aus. Eine weitere Aktionärsversammlung von Fortis sollte am Nachmittag im niederländischen Utrecht stattfinden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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