LTU Jederzeit Pilotenstreiks möglich

Den Ferienfliegern der LTU drohen von sofort an Streiks der Piloten. Laut Pilotengewerkschaft Cockpit ergab eine Urabstimmung eine deutliche Mehrheit für den Ausstand. Die Muttergesellschaft Air Berlin soll ein neues Tarifangebot vorlegen. Bereits am Montagmorgen sorgte ein Warnstreik für Verspätungen von LTU und DBA.

Neu Isenburg/Düsseldorf - Beim Ferienflieger LTU muss nach Angaben der Gewerkschaft Cockpit von sofort an mit Streiks der Piloten gerechnet werden. Bei einer Urabstimmung hätten 96 Prozent der befragten Mitglieder für unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt, teilte Cockpit am Montag in Neu Isenburg mit. 91 Prozent der aufgerufenen Mitglieder hätten sich an der Abstimmung beteiligt.

Am Morgen hatte die Pilotengewerkschaft Cockpit zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Piloten der Fluggesellschaften LTU und DBA legten zwischen 5 und 7 Uhr ihre Arbeit nieder, wie die Pilotengewerkschaft Cockpit mitteilte.

Insgesamt waren 2100 LTU-Passagiere Richtung Griechenland, Türkei und Spanien betroffen. Nach LTU-Angaben starteten sieben Flieger in Düsseldorf und drei Maschinen in München mit durchschnittlich zwei Stunden Verspätung. Nach Angaben von Cockpit starteten auch drei DBA-Flüge zu spät. Von 15 Maschinen der beiden Fluglinien seien 14 verspätet gestartet. Die Piloten hätten ihren Ausstand bewusst in die frühen Morgenstunden gelegt, um die Auswirkungen für die Passagiere möglichst gering zu halten, hieß es. Cockpit wertete den Ausstand als "vollen Erfolg".

Die Cockpit-Mitglieder bei DBA hatten sich bereits im Februar mehrheitlich für unbefristete Streiks ausgesprochen. Mit dem Arbeitskampf sei bisher aber gewartet worden, weil das Management ausgetauscht worden war und man auf ein neues Angebot warten wollte, teilte Cockpit weiter mit.

Cockpit fordert für die DBA-Piloten den Erhalt des Tarifniveaus nach der Übernahme der DBA durch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin . Auch für die LTU-Piloten will die Gewerkschaft eine Zusicherung des Gehaltsniveaus nach der Übernahme durch Air Berlin durchsetzen. Die Transaktion wird noch vom Kartellamt geprüft. Die LTU-Piloten fordern nach Angaben von Cockpit zusätzlich eine Lohnanhebung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und verbesserte Arbeitsbedingungen. Der Arbeitgeber habe bislang 3 Prozent mehr Gehalt geboten.

Am Freitag war nach mehrwöchiger Funkstille wieder Bewegung in den Tarifkonflikt bei LTU gekommen. Bei einer neuen Verhandlungsrunde habe die Geschäftsführung für die rund 400 Piloten ein verbessertes Angebot vorgelegt. Zu den Details machten beide Seiten keine Angaben.Bei der Fluggesellschaft LTU und bei der bereits in die Air-Berlin-Gruppe integrierten dba fielen 14 Flüge aus Insgesamt mussten rund 2400 Passagiere bis zu zwei Stunden auf ihren Abflug warten. Cockpit wollte damit den Druck auf die Arbeitgeber bei beiden Gesellschaften im Tarifkonflikt um neue Mantel- und Vergütungstarifverträge erhöhen. Die DBA ist nach der Übernahme durch Air Berlin weiter eine rechtlich selbstständige Gesellschaft.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa