Halbjahreszahlen HVB verdoppelt Gewinn

Die italienische Großbank Unicredit und ihre deutsche Tochter HypoVereinsbank gehen mit einem Gewinnschub in die zweite Jahreshälfte. Von der US-Immobilienkrise sei man auf Grund eines nur geringen Engagements derzeit nicht betroffen, teilte die HVB mit.

Rom/München - Während bei Unicredit der Nettogewinn in den ersten sechs Monaten um 16,6 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zulegte, konnte die HVB ihren Gewinn mehr als verdoppeln. Der Gewinn stieg von 654 Millionen auf knapp 1,4 Milliarden Euro. "Die Performance im ersten Halbjahr hat unsere Erwartungen voll erfüllt", sagte HVB-Chef Wolfang Sprißler am Freitag in München.

Auch vor Steuern verdoppelte sich der HVB-Gewinn dank Beteiligungsverkäufen und weiteren Fortschritten im operativen Geschäft von 1,02 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,05 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereffekte blieb im Vergleich zum Vorjahr noch immer ein Plus um fast 60 Prozent.

Die größten Impulse kamen erneut aus dem Investmentbanking mit einem Vorsteuerergebnis von 1,3 Milliarden Euro. Dagegen gab es im schwächelnden Privatkundengeschäft kaum Fortschritte. Hier verbesserte sich das Vorsteuerergebnis lediglich von 127 Millionen Euro auf 132 Millionen Euro. Die Zahl der Privatkunden stagnierte im Jahresvergleich bei rund drei Millionen Kunden zum Ende des ersten Halbjahres.

"Von der US-Immobilienkrise derzeit nicht betroffen"

Ihren Zinsüberschuss konnte die HVB in den ersten sechs Monaten um gut ein Viertel auf gut 2,1 Milliarden Euro steigern. Das Handelsergebnis legte um fast 70 Prozent auf 819 Millionen Euro zu. Dabei profitierte die HVB von der Bündelung der Investmentbanking- Aktivitäten der UniCredit-Gruppe in München.

Von der US-Immobilienkrise um Hypothekenkredite für Schuldner mit schlechter Bonität (subprime) sieht sich die HVB derweil nicht betroffen. "Die HVB hat ein Subprime-Exposure von lediglich 5 Millionen Euro in den Büchern. Daher spüren wir keine unmittelbaren Auswirkungen von der Krise am US-Hypothekenmarkt", sagte Sprißler.

Zuvor waren auch der Versicherungskonzern Allianz  und der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate  Ängsten um mögliche Auswirkungen der Krise entgegengetreten.

Auch Mutterkonzern Unicredit übertrifft Prognosen

Bei der Unicredit legte der Nettogewinn auch im zweiten Quartal überraschend deutlich zu um 6,8 Prozent auf knapp 1,83 Milliarden Euro. Damit übertrafen die Italiener die Analystenprognosen, die wegen geringerer Erlöse aus Beteiligungsverkäufen eigentlich mit einem Gewinnrückgang gerechnet hatten. Es handele sich um das beste Ergebnis in der Geschichte der Gruppe, erklärte das Geldinstitut.

Auch bei den Erträgen schnitt die Bank besser ab als erwartet. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,4 Prozent auf knapp 6,55 Milliarden Euro.

Die UniCredit war nach der HVB-Übernahme im Sommer 2005 zu einer der zehn größten Banken Europas aufgestiegen. Nach der kürzlichen Übernahme der kleineren Capitalia hat das Geldinstitut die Großbank Intesa-Sanpaolo überholt und ist die größte Bank Italiens. Sie zählt insbesondere in den wachstumsstarken Märkten in Zentral- und Osteuropa zu den führenden Banken.

manager-magazin.de mit Material von dpa