Deutsche Bahn Lokführer setzen Frist

Die Bahn will im Tarifstreit mit der Gewerkschaft Deutscher Lokführer einen Streik doch noch abwenden. Die Gewerkschaft lehnt die Teilnahme an einem Spitzengespräch am Sonntag jedoch ab und setzt Bahnchef Hartmut Mehdorn eine letzte Frist.

Hamburg - Bahnchef Hartmut Mehdorn will im Tarifstreit mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL nach Informationen des SPIEGEL einen Streik in letzter Minute abwenden. Am Wochenende soll ein neues Verhandlungsangebot vorgelegt werden.

Dem SPIEGEL sagte Mehdorn: "Wir werden der GDL ein neues und verbessertes Angebot unterbreiten." Die Bahn habe daher die GDL und die beiden anderen Eisenbahnergewerkschaften, Transnet und GDBA, am Sonntagmittag nach Berlin zu gemeinsamen Verhandlungen eingeladen.

"Wir wollen verhandeln, denn Streik ist die schlechteste Lösung", sagte Mehdorn. Die Themen der GDL könnten in eigenen tariflichen Regelungen vereinbart werden, die jedoch "Bestandteil eines DB-Gesamttarifvertrags sein müssten". Die Urabstimmung der GDL, in der über einen möglichen flächendeckenden Streik der Lokführer abgestimmt wird, endet am kommenden Montag.

Die GDL teilte unterdessen mit, dass sie eine Teilnahme an einem Spitzengespräch mit Mehdorn und den anderen Bahngewerkschaften an diesem Sonntag ablehnt. In dem der Einladung beigefügten "Angebot zur Konfliktlösung" gehe die Bahn mit keinem Wort auf die tariflichen Forderungen der GDL ein, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell. "So wie das Spitzengespräch von Herrn Mehdorn geplant wurde, kann es keine Aussicht auf Erfolg haben." Die GDL erwarte bis Dienstag ein verhandlungsfähiges Angebot.

Bereits kurz vor dem Abbruch der Tarifverhandlungen mit der Bahn am 19. Juli hatte Schell seine Teilnahme an einem Treffen mit Mehdorn und den Vorsitzenden der beiden anderen Gewerkschaften abgesagt.

manager-magazin.de mit Material von dpa