IKB-Krise Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Die in Schieflage geratene Mittelstandsbank IKB hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Diese hat noch keine offiziellen Ermittlungen aufgenommen. Der Aufsichtsrat soll aber bereits prüfen, ob gegen IKB-Vorstände Anzeige erstattet wird.

Düsseldorf - "Die IKB hat sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet, wir stehen mit ihr und der BaFin in Kontakt und tragen die notwendigen Informationen für eine erste Bewertung des Sachverhalts zusammen", sagte Oberstaatsanwalt Peter Lichtenberg am Freitag.

Er betonte, dass es derzeit aber weder eine Strafanzeige noch ein Ermittlungsverfahren gebe. "Wir beobachten die Sache", sagte Lichtenberg.

Die IKB  war durch ihr Engagement an den US-Immobilienmärkten in Schwierigkeiten geraten. Die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, der IKB-Aufsichtsrat prüfe, ob Anzeige gegen den IKB-Vorstand erstattet werde. Das Management habe die Finanzlage des Instituts entweder völlig falsch eingeschätzt oder gelogen. Die IKB  wollte das nicht kommentieren.

Ein Fonds der Düsseldorfer Mittelstandsbank war wegen Fehlspekulationen im US-Markt für zweitklassige Immobiliendarlehen in Schieflage geraten. Die staatliche Förderbank KfW und die gesamten deutschen Banken mussten die Bank mit Milliardengarantien stützen. IKB-Chef Stefan Ortseifen und der für das Verbriefungsgeschäft zuständige Manager Winfried Reinke wurden entlassen. Auch der Aufsichtsratschef soll nach Informationen aus Finanzkreisen ausgewechselt werden.

Nach Informationen der "Börsen-Zeitung" (Freitagausgabe) soll auch die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apo-Bank) in größerem Umfang in den riskanten US-Investments engagiert sein.

Ein Sprecher der Bank erklärte hingegen, die Apo-Bank sei von der Krise am US-Hypothekenmarkt nicht beeinträchtigt. "Aktuell besteht kein nennenswerter Abschreibungsbedarf", teilte die Bank mit.

manager-magazin.de mit Material von reuters