Rohöl Benzinpreis steigt

Öl wird teurer, und das Schritt für Schritt seit fünf Jahren. Mittlerweile kostet der Rohstoff so viel, wie selten zuvor in der Geschichte - und jetzt belastet die Preisschraube auch Deutschlands Autofahrer: Die Benzinkosten gehen wieder kräftig ins Geld.

Hamburg - Rekordniveau beim Ölpreis: Mit 78,21 Dollar hat US-Leichtöl am Dienstagabend den bisher höchsten Schlussstand erreicht. Am Mittwoch verbilligte sich Rohöl etwas. Im elektronischen Handel an der New Yorker Rohstoffbörse kostete ein Barrel (159 Liter) 77,75 Dollar, etwa 46 Cent weniger als am Dienstag. Der bisherige Rekord-Schluss war am 14. Juli vergangenen Jahres mit 77,03 Dollar erreicht worden. Der Juli war in Deutschland zudem für Diesel-Fahrer laut ADAC der teuerste Monat aller Zeiten.

Nordsee-Öl der für Europa wichtigen Sorte Brent verlor am Mittwoch in London 48 Cent auf 76,57 Dollar, liegt aber damit auf ähnlich hohem Niveau wie US-Öl. Anfang 2002 hatte ein Barrel Brent nach Angaben des Hamburger Energie-Informationsdienstes (EID) noch bei etwa 20 Dollar gelegen. Damit hat sich der Preis für Nordsee-Öl binnen fünf Jahren fast vervierfacht.

Zu dem aktuellen Preisauftrieb bei US-Öl trug die Erwartung der Börse bei, dass sich die Lagerbestände in den USA in nächster Zeit deutlich verringern werden. Zu den maßgeblichen Akteuren an den Handelsplätzen gehörten Hedgefonds und andere spekulative Händler.

Allein in den vergangenen zwei Monaten sind die Rohölpreise um mehr als 20 Prozent gestiegen. Ursachen waren unter anderem Ausfälle in Raffinerien, Produktionskürzungen in Nigeria und in der Nordsee sowie Prognosen, wonach die globale Nachfrage das verfügbare Angebot bis Ende des Jahres übertreffen soll. "Neben den Fundamentaldaten spielen eben auch Spekulationen derzeit eine wichtige Rolle an den Märkten", sagte der EID-Experte Rainer Wiek in Hamburg. Es gebe vor allem in den USA Druck von der Nachfrageseite. Zudem fürchten Händler, dass Wirbelstürme in den kommenden Monaten womöglich Förderanlagen und Raffinerien in Amerika zerstören könnte und so die Verarbeitung des Rohstoffs eingeschränkt werde.

Das teure Öl wirkt sich schon seit Wochen auch auf die Spritpreise in Deutschland aus, wenngleich die Höchststände noch etwas entfernt sind. Für einen Liter Superbenzin müssen Autofahrer nach Angaben des Mineralölkonzerns Aral am Mittwoch im Schnitt 1,35 Euro zahlen.

Für den Liter Diesel wurden etwa 1,16 Euro fällig. Der starke Euro schütze derzeit die Autofahrer in Deutschland vor noch höheren Preisen, sagte ein Aral-Sprecher. Allerdings mussten die Fahrer von Dieselfahrzeugen noch nie so viel für ihren Kraftstoff bezahlen wie im Juli. Wie eine ADAC-Auswertung ergab, kostete der Liter Diesel im Durchschnitt 1,153 Euro, das sind 0,2 Cent mehr als im Juli 2006, dem bisherigen Rekordmonat. Der 12. Juli war für Dieselfahrer mit 1,185 im Bundesdurchschnitt der bislang teuerste Tag des Jahres. Für Super mussten Autofahrer im Schnitt im Juli 1,371 Euro zahlen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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