Deutsche Bahn Neue Auslandstöchter

Die Deutsche Bahn hat die angekündigte Übernahme des spanischen Transportdienstleisters Transfesa perfekt gemacht, um in Spanien und Portugal bald bessere Geschäfte machen zu können. Der nächste Zukauf steht deshalb dort kurz bevor.

Berlin - Die Deutsche Bahn hat den Kauf der Mehrheit an der spanischen Güterbahn Transfesa besiegelt. Der Vertrag sei am Donnerstag unterzeichnet worden, teilte die Bahn heute mit.

Die Transfesa ist ein Transport- und Logistiker, der sich auf Schienen- und Straßentransporte unter anderem für die Automobilindustrie spezialisiert hat. Transfesa machte 2006 mit rund 1200 Mitarbeitern einen Umsatz von 290 Millionen Euro. Unternehmenskreisen zufolge kostet der Anteil von etwas über 50 Prozent die Bahn rund 130 Millionen Euro.

Neben Transfesa will die Bahn in Spanien den Kreisen zufolge auch den Logistiker Spain-Tir für etwa 150 Millionen Euro erwerben. Da die Kaufpläne aber vorzeitig bekannt geworden waren, zögen sich die Gespräche mit den Eignern hin, hieß es in den Kreisen. Die Bahn wollte sich dazu nicht äußern.

Sowohl die Käufe von Transfesa als auch Spain-Tir sowie der größten britischen Güterbahn EWS, die rund 460-Millionen-Euro teuer sein soll, waren bereits vom Bahn-Aufsichtsrat genehmigt worden. Die Bahn hatte erklärt, auch die EWS-Verträge würden in Kürze unterzeichnet.

Unterdessen kämpft die Bahn in Deutschland weiter gegen den drohenden Lokführerstreik: Das Unternehmen will der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) die laufende Urabstimmung gerichtlich verbieten lassen. Wie das Arbeitsgericht Mainz am Freitag mitteilte, hat der Konzern seinen Antrag auf Einstweilige Verfügung inzwischen erweitert. Bislang hatte die Bahn vor dem Mainzer Arbeitsgericht lediglich den drohenden Streik der Lokführer verbieten lassen wollen.

Die Bahn sieht den Arbeitskampf als rechtswidrig an. In Mainz hatten die Bahntöchter DB Regio und Railion Anträge auf den Erlass von Einstweiligen Verfügungen gestellt. Wie die Direktorin des Arbeitsgerichts, Maria Vonderau, sagte, hat die zuständige Richterin die DB Regio inzwischen wegen örtlicher Unzuständigkeit an das Arbeitsgericht Frankfurt am Main verwiesen. Das Gericht begründete dies damit, dass die GdL ihren Sitz in der Mainmetropole habe.

Mit der Entscheidung über den verbliebenen Antrag der Bahn-Tochter Railion sei in der kommenden Woche zu rechnen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones, dpa und reuters

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