US-Immobilienkrise Wells Fargo steigt aus

Die US-Immobilienkrise zieht weitere Kreise. Wells Fargo, die fünftgrößte US-Bank, will sich wegen der Turbulenzen am Markt für zweitklassige Hypothekenkredite aus dem Großkundengeschäft in dieser Sparte zurückziehen.

New York - Die betroffenen Niederlassungen würden geschlossen, teilte der zweitgrößte Hypothekengeber der USA am Donnerstag mit. Die von den Investoren gezahlten Preise hätten nicht mit den Risiken zusammengepasst, was sich in der absehbaren Zukunft wohl auch nicht ändern werde, sagte der zuständige Vize-Exekutivpräsident von Wells Fargo Home Mortgage, Michael Lepore, in einem Interview.

Wells Fargos Großkundensparte wickelte bislang im Auftrag anderer Vermittler so genannte Subprime Mortgages ab, die sich speziell an Kunden mit geringer Bonität richten. Allerdings seien auf diesen Geschäftszweig nur 1,6 Prozent der im vergangenen Jahr vom Konzern vergebenen Hypothekenkredite für Hausbauer entfallen, hieß es. Die Gewinne der Sparte seien seit Ende des vergangenen Jahres gesunken, und mittlerweile sei der ganze Markt in Aufruhr, sagte Lepore. Am Privatkundengeschäft mit zweitklassigen Hypothekenkrediten will Wells Fargo allerdings festhalten.

Unter anderem wegen steigender Zinsen mehren sich in auf diesem Geschäftsgebiet in jüngster Zeit die Kreditausfälle. Weil die Finanzierungen gebündelt und als Derivate weiterverkauft wurden, sind neben Banken auch Hedgefonds und andere Investoren betroffen.

Die extreme Schieflage zweier Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns hatte zuletzt die Sorge um eine mögliche Kettenreaktion an den Märkten verstärkt. Stearns hatte diese Woche erklärt, die beiden betroffenen Fonds seien nahezu wertlos. Die Krise bei zweitklassigen Hypotheken Darlehen hatte die Hedgefonds auf dem falschen Fuß erwischt: Sie verspekulierten sich bei Investitionen in Kreditderivate. Der Kollaps der Fonds schickte Schockwellen durch die globalen Finanzmärkte und belastete die Börse zunächst auch am Freitag. Experten gehen davon aus, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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