Montag, 18. November 2019

Siemens Ärger mit Sarkozy?

Deutschlands größter Technologiekonzern Siemens soll sich offenbar auf Wunsch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy von seiner Beteiligung an dem französisch-deutschen Nuklearunternehmen Areva NP trennen. Dann nämlich könne Sarkozy einen neuen Großkonzern formen. Das Problem dabei: Siemens will nicht.

München - Der Technologiekonzern Siemens Börsen-Chart zeigen will an seiner Beteiligung an der auf Nukleartechnik spezialisierten Areva NP festhalten - trotz Gegenwind aus Frankreich. Die "Wirtschaftwoche" berichtet, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wolle Siemens aus dem deutsch-französischen Atomkonzern Areva NP mit Sitz in Erlangen drängen.

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Sarkozy wünsche einen großen französischen Energiekonzern, der den Bau von nuklearen und fossilen Kraftwerken unter einem rein französischen Dach vereine. Frankreichs neuer Präsident wolle dazu den staatlichen Atomkonzern Areva mit dem französischen Energiekonzern Alstom Börsen-Chart zeigen und dem Bau- und Infrastrukturkonzern Bouygues Börsen-Chart zeigen fusionieren. Den Angaben zufolge soll Alstom-Chef Patrick Kron das Unternehmen leiten. Deshalb wolle Frankreich die 34 Prozent, die Siemens an Areva NP halte, übernehmen.

Das allerdings scheint bei Siemens nicht auf Gegenliebe zu stoßen. Unternehmenssprecher Wolfram Trost sagte, der Münchener Technologiekonzern wolle an seiner Beteiligung festhalten. Ihr Wert wird in Branchenkreisen auf rund drei Milliarden Euro geschätzt. Zu diesen Details wollte sich der Siemens-Sprecher nicht äußern.

Als der frühere Siemens-Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer 2001 das gesamte Siemens-Nukleargeschäft in das französisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen einbrachte, wurde laut "Wirtschaftswoche" vertraglich festgelegt, dass die Franzosen als Haupteigentümer von Areva NP frühestens 2009 und spätestens 2011 die Option haben, den Siemens-Anteil zu übernehmen.

Der Konzern Areva NP, an dem Areva mit 66 Prozent beteiligt ist, ist weltweit führend in der Entwicklung und im Bau von Kernkraftwerken, im Service und der Modernisierung sowie bei der Versorgung von Kernkraftwerken mit Brennelementen.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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