Alitalia Vor der Pleite?

Die italienische Regierung fürchtet den Konkurs der Staatslinie Alitalia. Sie selbst könne kein Geld mehr in die Fluggesellschaft investieren, Kaufinteressenten gibt es für das Unternehmen vorerst auch nicht mehr. An der Börse verlieren Alitalia-Aktien heute deutlich an Wert.

Mailand - Der traditionsreichen Fluggesellschaft Alitalia  droht das Aus. Alle Interessenten für die Fluglinie sind mittlerweile abgesprungen, der italienische Staat will sie aber auch nicht behalten. "Die einzige Alternative zum Verkauf ist die Abwicklung", ließ Italiens Regierung jetzt mitteilen. Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa sagte der Tageszeitung "Corriere della Sera", "Alitalia ist ein Unternehmen, das Geld verliert und in das der Staat nicht noch mehr Geld stecken kann."

Am Mittwoch waren die US-Finanzinvestoren MattlinPatterson als letzter Interessent aus dem Bieterverfahren ausgestiegen. Abgesprungen waren zuvor auch die russische Aeroflot und die italienische Gesellschaft Air One. Europäische Wettbewerber wie die Deutsche Lufthansa  und Air France-KLM  haben stets betont, Alitalia müsse zunächst radikal umstrukturiert werden, bevor die Airline als Übernahmekandidat interessant wäre. Der Fluggesellschaft machen Streiks, eine alte Flotte und ineffiziente Strukturen zu schaffen.

"Es ist viel schwieriger, Alitalia für einen Bieter interessant zu machen, als wir gedacht haben", räumte Padoa-Schioppa jetzt ein und fügte hinzu: "Wir sehen uns mit einer Situation konfrontiert, die sehr viel kritischer ist, als wir uns das vorgestellt haben." Die Alitalia-Aktie, die am Mittwoch schon 4 Prozent verlor, notierte am Donnerstag an der Mailänder Börse erneut 2 Prozent im Minus. Die Konzernführung hat für Freitag eine Krisensitzung einberufen.

Im vergangenen Jahr machte die Fluggesellschaft einen Verlust von rund 600 Millionen Euro. Seit zehn Jahren erwirtschaftet das Unternehmen keinen Gewinn mehr. Derzeit macht Alitalia täglich mehr als eine Million Euro Verlust. Im Mai hatte die Gesellschaft ihre Flugzeuge abgeschrieben. Die nächste Kapitalspritze dürfte schon bald notwendig sein.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch aber vorsorglich erklärt, dass sie weitere Beihilfen nicht genehmigen werde. Der italienische Staat besitzt 49,9 Prozent des Unternehmens.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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