Obi Aufstand der Franchiser

Die Franchiser der Baumarktkette Obi drohen der Firmenspitze mit einer Klage. Sie fürchten um ihren Einfluss auf den Einkauf, weil Obi-Chef Sergio Giroldi das sogenannte Merchandise Center schließen will. Ein verärgerter Franchise-Partner ist bereits zur Konkurrenz übergelaufen.

Hamburg - Bei der größten deutschen Baumarktkette Obi, einer Tochter der Handelsgruppe Tengelmann, droht ein Aufstand der Franchiser. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (20. Juli) am Kiosk erhältlich ist. Die Partner kritisieren den Plan von Obi-Chef Sergio Giroldi, das sogenannte Merchandise Center zu schließen.

Das Merchandise Center koordinierte bislang die Einkaufsaktivitäten der Baumärkte. Über einen Beirat hatten die Franchiser Einblicke in Lieferantenpreise und -rabatte.

Nun soll eine neue - beiratsfreie - Organisation namens Euromate in Teilen den Einkauf übernehmen. Die eigenständigen Filialbetreiber fürchten um ihren Einfluss auf die Beschaffung und wollen sich notfalls auf juristischem Wege wehren. Erste Klageentwürfe gegen Giroldis Vorhaben sind bereits formuliert.

Rund die Hälfte der 334 deutschen Obi-Dependancen wird von selbstständigen Kaufleuten betrieben. Angesichts des Zerwürfnisses mit Giroldi suchen erste Partner ihr Heil bei der Konkurrenz. So wird ein Franchiser aus Marburg Ende des Jahres von Obi auf Hagebau umflaggen.

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