Chrysler Einstieg für Cerberus teurer?

Erneute Gerüchte über Probleme beim Verkauf der DaimlerChrysler-Tochter. Laut Finanzkreisen dürfte der Chrysler-Einstieg für den Finanzinvestor Cerberus deutlich teurer werden als geplant. Die von Cerberus beauftragten Investmentbanken hätten die Konditionen für die Finanzierung deutlich nachbessern müssen.

New York - Für den amerikanischen Finanzinvestor Cerberus dürfte der geplante Chrysler-Einstieg Kreisen zufolge deutlich teurer als zunächst geplant werden. Wie aus New Yorker Finanzkreisen zu erfahren war, haben die von Cerberus beauftragten Investmentbanken die Zinskonditionen für geplante Anleiheemissionen in den vergangenen Tagen deutlich nachbessern müssen. Die ursprünglich angebotenen Konditionen seien am Markt nur auf geringes Interesse gestoßen, hieß es bei zwei der beteiligten Banken.

Die beauftragten Investmentbanken JPMorgan, Bear Stearns, Goldman Sachs , Citigroup  und Morgan Stanley hätten daher die angebotene Verzinsung aufgestockt. Zudem sei geplant, vermehrt Anleihen unterhalb des Buchwerts zu verkaufen, um so Investoren zu gewinnen, hieß es.

Insgesamt habe Cerberus die Banken beauftragt, 62 Milliarden Dollar über Anleihen einzusammeln. Der größte Teil der Summe wird für die Restrukturierung des schwächelnden Chrysler-Geschäfts benötigt. Analysten zufolge werden potenzielle Finanziers vor allem durch die anstehenden Verhandlungen mit der mächtigen Automobilgewerkschaft UAW über die Beiträge zur Krankenversicherung abgeschreckt, bei denen teure Zugeständnisse befürchtet werden.

Bei DaimlerChrysler  sieht man die Situation gelassen: "Wir gehen unverändert von einem Closing im dritten Quartal aus", so ein Konzernsprecher gegenüber manager-magazin.de.

Cerberus hatte sich Mitte Mai mit DaimlerChrysler darauf geeinigt, für 7,4 Milliarden Dollar 80,1 Prozent an Chrysler zu übernehmen. Dabei hatte sich Cerberus auch verpflichtet, milliardenschwere Kredite, die Daimler an Chrysler vergeben hatte, zu tilgen. Anfang 2007 hatten sich allein diese Kredite Daimler-Angaben zufolge auf 36 Milliarden Dollar belaufen. Auch die Pensions- und Gesundheitskosten von Chrysler verbleiben nach der Trennung bei dem US-Unternehmen. Mit dem Abschluss des Verkaufs rechnen beide Seiten bis Ende September.

manager-magazin.de mit Material von dpa