KKR-Gründer "Renditen werden fallen"

Kohlberg Kravis Roberts ist das weltgrößte Private-Equity-Haus. Im Interview mit manager magazin räumen die KKR-Gründer Henry Kravis und George Roberts zwar Fehler beim Umgang mit der Heuschrecken-Debatte ein, tadeln aber auch das mangelnde Verständnis vieler Politiker. "Müntefering warf uns mit Hedgefonds in einen Topf", kritisiert Kravis.
Von Arno Balzer und Patricia Döhle

Hamburg - Henry Kravis (63) und George Roberts (63), die Gründer des weltgrößten Private-Equity-Hauses KKR, erwarten für die Zukunft ein deutlich schwierigeres Geschäftsumfeld für ihre Beteiligungsbranche. "Die kommenden Jahre werden härter, keine Frage. Die Renditen werden deutlich fallen", so Roberts gegenüber dem manager magazin, dessen neue Ausgabe ab Freitag (20. Juli) am Kiosk erhältlich ist.

Im Exklusiv-Interview gestehen die KKR-Gründer, die ihr Unternehmen in der zweiten Hälfte dieses Jahres an die New Yorker Börse bringen wollen, auch Fehler ein. "Ich glaube, unsere Branche hat in punkto Öffentlichkeitsarbeit Nachholbedarf", meint Kravis, "zu wenige verstehen, wie wir vorgehen und weshalb wir bei den Firmen wirklich einen Mehrwert schaffen." Dabei habe KKR, so Roberts, "in Deutschland und den meisten anderen Ländern, in denen wir aktiv sind, Jobs geschaffen". In Deutschland seien in den von KKR übernommenen Firmen per Saldo 2600 Arbeitsplätze entstanden.

Politikern wie Bundesarbeitsminister Franz Müntefering, der die Finanzinvestoren einst als "Heuschrecken" bezeichnete, werfen die KKR-Manager mangelndes Verständnis vor. "Als Herr Müntefering die Heuschreckendebatte anstieß, weil er glaubte, dies sei politisch zweckmäßig, warf er uns mit Hedgefonds in einen Topf", kritisiert Kravis. Aus Gesprächen mit Politikern wisse er, dass in diesem Punkt immer noch Verwirrung herrsche. "Hedgefonds kaufen Anteile an einem Unternehmen und versuchen kurzfristig den Preis hochzutreiben, manchmal indem sie öffentlich Druck ausüben. Dann steigen sie schnell wieder aus. Wir dagegen sind langfristig orientiert", so der Manager. KKR halte seine Beteiligungsfirmen im Durchschnitt sieben Jahre.

Die Kritik an den aggressiven Finanzierungstechniken der Private-Equity-Branche, die ihren Firmen in der Regel hohe Schulden aufbürden, wollen die Beteiligungsmanager nicht gelten lassen. "Wir bei KKR sind allgemein sehr vorsichtig bei der Fremdfinanzierung unserer Akquisitionen", betont Kravis. Ein Unternehmen brauche genügend Kapital, um zu wachsen. "Sonst steigt sein Wert nicht."