Arcandor Alles anders

Arcandor-Chef Thomas Middelhoff will den ehemaligen KarstadtQuelle-Konzern weiter umbauen und prüft Zukäufe. Bis Ende 2008 soll zudem ein Teil des Versenders Primondo an die Börse gebracht werden.

Essen - "Ende 2008 wird Arcandor aus drei großen Bereichen bestehen: Karstadt mit einer Mehrheit von Arcandor und der Rest an der Börse, das gleiche gilt für Primondo und Thomas Cook", sagte Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff heute.

Der Konzern registriere "großes Interesse" von Investoren aus Europa und den USA an der Versandtochter neckermann.de, sagte Middelhoff. Innerhalb weniger Wochen will Arcandor  nun entscheiden, ob der Versender bald an einen Investor oder im kommenden Jahr an die Börse geht.

Auch für die Warenhaussparte hatte Middelhoff bereits einen Börsengang angekündigt. Wie den Versandhandel will er aber auch die Kaufhäuser zunächst mit Zukäufen stärken. Mit "Merger-Konstruktionen oder auch durch Übernahmen" könnten weit reichende Synergien gehoben werden. "Und da sind wir in sehr intensiven Prüfungen, weil wir in beiden Bereichen - also Warenhaus und Versand - davon ausgehen, dass sich die Märkte weiter konsolidieren und wir in beiden Bereichen europäischer Marktführer sind und Jäger und nicht Gejagter sein wollen."

Der Verkauf des verbliebenen Anteils an den Warenhaus-Immobilien soll Middelhoff zufolge voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen sein. Dann sei der Konzern frei von Nettofinanzverbindlichkeiten, die durch die Übernahme von Thomas Cook entstanden waren.

Middelhoff will darüber hinaus finanzielle Spielräume schaffen, um Zukäufe stemmen zu können. Arcandor wolle "ein Polster, eine Kriegskasse haben, mit der wir die notwendigen Konsolidierungsschritte im Versandhandel und im Warenhausbereich finanzieren können." Es werde sich dabei "um einen namhaften Betrag handeln", betonte er.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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