Privatisierungen KfW setzt auf Langzeitinvestoren

Die KfW will bei dem Verkauf weiterer Anteile an ehemaligen Staatskonzernen eine "Rein-raus-Methode" verhindern. Die Staatsbank bevorzuge langfristige Investoren, erklärte KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier in einem Zeitungsinterview. Das schließe jedoch keinen Interessenten von vornherein aus.

Frankfurt am Main - Die staatliche Förderbank KfW bevorzugt nach Angaben ihrer Chefin Ingrid Matthäus-Maier beim Verkauf weiterer Anteile an Unternehmen wie Post und Telekom langfristige Investoren.

"Die KfW und ihre Eigentümer legen Wert darauf, dass die Erwerber großer Aktienpakete nicht nach der 'Rein-Raus-Methode' vorgehen, sondern dass sie sich in der jeweiligen Branche auskennen, dass sie sich mit eigenen Erfahrungen und Ratschlägen engagiert einbringen und insofern ein Commitment eingehen", sagte Matthäus-Maier der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe).

Die KfW-Chefin warnte zugleich davor, private Beteiligungsgesellschaften zu verteufeln. Der Verkauf eines 4,5-prozentigen Telekom-Anteils an den Finanzinvestor Blackstone  vor gut einem Jahr zeige, dass die KfW nicht bestimmte Investoren von vornherein ausschließe. Die Bund und Ländern gehörende KfW hält 16,9 Prozent an der Deutschen Telekom  und 30,6 Prozent an der Deutschen Post .

Ende Juni hatte Matthäus-Maier Erwartungen gedämpft, die KfW könne die Anteile bald platzieren. Zu einer möglichen Übertragung von Bundesanteilen an der Deutschen Bahn und der Deutschen Flugsicherung an die KfW sagte Matthäus-Maier: "Der Bund ist diesbezüglich bisher nicht an uns herangetreten."

Falls die KfW als Investor gefordert werde, um deutsche Konzerne vor Übernahmen durch staatliche Investoren aus dem Ausland zu schützen, würde diese Thema geprüft. Dafür gebe es aber bisher keinen Anlass. Mit Blick auf die erwartete Konsolidierung der Landesbanken stellte Matthäus-Maier klar, die KfW habe kein Interesse an einem Einstieg bei einem der öffentlich-rechtlichen Spitzeninstitute.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.