Airbus Tausende streiken

Mehrere tausend Beschäftigte an den Airbus-Standorten Laupheim, Nordenham und Varel haben gegen den möglichen Verkauf ihrer Werke demonstriert. Die geplanten Werksverkäufe seien unsinnig und für Airbus gefährlich. Interessenten für die Produktionshallen stehen allerdings schon Schlange.

Hamburg - Mehrere tausend Beschäftigte der Airbus-Standorte Varel, Nordenham und Laupheim haben am Donnerstag gegen den Verkauf ihrer Werke protestiert. "Wir werden nicht akzeptieren, dass das Airbus-Management sich aus der Verantwortung für die Standorte und die Regionen flüchtet", erklärte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, auf der Kundgebung in Varel.

An den Demonstrationszügen in den niedersächsischen Orten Varel und Nordenham nahmen nach Angaben der Gewerkschaft jeweils rund 2000 Menschen teil. Beide Werke standen seit dem Morgen still. Aus dem baden-württembergischen Laupheim meldete die IG Metall mehrere Hunderte Demonstranten. An allen drei Standorten wurden die Belegschaften von der Bevölkerung, lokalen Politikern und Delegationen aus anderen Werken unterstützt.

"Angesichts der exzellenten Auftragslage müssen der Personalabbau und die Standortverkäufe vom Tisch", forderte Blankau. Der Erfolg von Airbus sei erst von den Angestellten erarbeitet und dann von der Geschäftsleitung ins Schwanken gebracht worden.

In Nordenham sprach sich ein Sprecher der IG Metall Wesermarsch erneut für den Verbleib im Konzern aus: "Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass die Probleme, die Airbus hat, nur unter dem Airbus-Dach gelöst werden können." Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Udo Nobel, bezeichnete die Demonstration als "ein eindeutiges Zeichen ans Management, dass wir kampfbereit sind und die Interessen der Standorte in den weiteren Planungen berücksichtigt werden müssen." Nordenham fordere die Beteiligung an der Produktion des A350 und den Einstieg in neue Technologien, um Produktion und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Gestern allerdings waren die Betriebsräte erstmals öffentlich von ihrer strikten Ablehnung von Werksverkäufen abgerückt und hatten konkrete Forderungen an potenzielle Investoren gestellt. Die Betriebsräte haben sich für eine deutsche Lösung ausgesprochen.

Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB Technology hat Interesse an den beiden niedersächsischen Werken angemeldet und will bis Monatsende ein Angebot vorlegen. Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Diehl interessiert sich für das Airbus-Werk in Laupheim. Als weitere Interessenten gelten Edag (Hamburg), Kaefer (Bremen), die frühere Boeing-Tochter Spirit Aerospace und MT Aerospace (Augsburg).

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters und vwd