Expansion Schwerhörig? Fielmann

Auch wenn der Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gestiegen ist, im Brillengeschäft stößt Fielmann langsam an seine Grenzen. Deshalb baut sich das Unternehmen mit Hörgeräten ein zweites Standbein auf.

Hamburg - Die Optikerkette Fielmann  will das Geschäft mit Hörgeräten schrittweise zu einem zweiten Standbein ausbauen. Zunächst sollen in großen Filialen neben dem Brillenangebot spezielle Abteilungen für Hörhilfen entstehen.

"Die Eröffnung von Großeinheiten, nicht nur im deutschsprachigen Raum, hat für uns Priorität", sagte Vorstandschef Günther Fielmann auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg. Aber auch der Zukauf von Akustikläden sei geplant. Der Hörgerätemarkt habe heute ähnliche Strukturen wie die Augenoptikerbranche vor 30 Jahren. Hier spielt Fielmann seit Jahren eine führende Rolle und will die Position ausbauen.

Mit Hörgeräten will der Konzern zunächst einen Gewinn im einstelligen Millionenbereich erzielen. Erst langfristig wird mit einem zweistelligen Gewinn gerechnet. Bisher spielt das Geschäft nur eine Nebenrolle: Fielmann erzielte zuletzt mit 21 Hörgeräteabteilungen einen Umsatz in einstelliger Millionenhöhe. Zum Vergleich: Der Konzernumsatz von Europas größtem Brillenfilialisten belief sich im vergangenen Jahr auf 793 Millionen Euro, der Gewinn auf 72 Millionen Euro.

Gewinn stieg im Halbjahr kräftig an

Hohe Nachfrage nach teuren Gleitsichtbrillen sorgte für hohe Gewinnmargen auch im ersten Halbjahr. Unter dem Strich verdiente Fielmann nach vorläufigen Zahlen mehr als 54 Millionen Euro, 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Fielmann verkaufte seit Jahresbeginn mehr als drei Millionen Brillen, ein Plus von 6 Prozent. Trotz des schlechten Wetters fanden auch Sonnenbrillen reißenden Absatz: Fast ein Drittel mehr als im ersten Halbjahr 2006. Für das Gesamtjahr traut sich Fielmann eine deutliche Steigerung von Umsatz und Gewinn zu. Bisher war nur von einem Anstieg die Rede.

Das Geschäft mit Hörhilfen soll dem Konzern helfen, sein Expansionstempo zu halten. In Deutschland stößt der Konzern in drei bis vier Jahren mit angepeilten 700 Niederlassungen an Wachstumsgrenzen. Ende 2006 kam Fielmann hierzulande auf 500 Geschäfte. Auch im benachbarten Ausland will Fielmann neue Läden eröffnen. In der Schweiz und in Österreich will die Gruppe mittelfristig je 40 Niederlassungen haben. Zuletzt waren es 27 in der Schweiz und 24 in Österreich. Auch in Polen soll über 40 Geschäften demnächst der Name Fielmann prangen, zuletzt waren es gerade mal sieben. Seit Kurzem gibt es auch zwei Niederlassungen in Luxemburg.

manager-magazin.de mit Material von reuters