Rio Tinto/Alcan Weißer Ritter bietet 38 Milliarden Dollar

Die Schlacht um den kanadischen Aluminiumhersteller Alcan könnte sich sehr schnell entscheiden. Denn der Bergbaukonzern Rio Tinto hat jetzt 38 Milliarden Dollar geboten - rund zehn Milliarden mehr als der US-Konkurrent Alcoa.

Sydney - Der australische Bergbaukonzern Rio Tinto  will den kanadischen Aluminiumhersteller Alcan  für 38,1 Milliarden Dollar übernehmen und damit zum weltgrößten Hersteller von Aluminium aufsteigen. Die Führungsgremien beider Firmen hätten dem Vorhaben bereits zugestimmt, teilte Rio Tinto am Donnerstag mit. Je Alcan-Aktie bietet Rio 101 Dollar. In den USA hatten die Alcan-Papiere am Mittwoch mit 89,60 Dollar geschlossen.

Durch den Zusammenschluss würden pro Jahr Einsparungen von 600 Millionen Dollar erwartet, hieß es am Donnerstag weiter. Alcan  wehrt sich seit Monaten gegen ein Angebot des US-Konzerns Alcoa  in Höhe von knapp 29 Milliarden Dollar und war auf der Suche nach Alternativen.

An der britischen Börse stiegen in Folge der Nachricht die Aktien anderer Bergbau-Konzerne wwie BHP Billiton  , Anglo American  und Xstrata  um bis zu 2,5 Prozent an. In der Branche hat es in den vergangenen Monaten zahlreiche große Übernahmen gegeben.

Das fusionierte Unternehmen soll Rio Tinto Alcan heißen und seinen Hauptsitz in Montreal haben. Geführt werden soll der neue Konzern vom bisherigen Alcan-Chef Dick Evans. Zudem sollen zwei weitere Alcan-Manager in den neuen Verwaltungsrat aufrücken, der damit von 13 auf 16 Mitglieder aufgestockt werden soll. Rio Tinto will seine "progressive" Dividendenpolitik fortsetzen und die Voraussetzungen für ein Zweit-Listing der eigenen Aktie an der Toronto Stock Exchange prüfen.

Angestrebte Fusion steht unter Vorbehalt

Weiteren Angaben zufolge kommt der Kauf allerdings nur zustande, wenn 66,7 Prozent der Alcan-Aktionäre ihre Anteilsscheine verkaufen. Die Transaktion steht ferner unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. Sie soll im vierten Quartal 2007 abgeschlossen sein. Bei einem Scheitern der Transaktion wurden für beide Seiten - je nach Schuldfrage - Strafzahlungen in Milliardenhöhe vereinbart.

Alcan hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 23,6 Milliarden Dollar und einen Vorsteuergewinn von 2,4 Milliarden Dollar. Rio Tinto setzte 25,4 Milliarden Dollar um und hatte einen Vorsteuergewinn von 10,3 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters