Airbus OHB will Airbus-Werke kaufen

Der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB Technology will offenbar die beiden deutschen Airbus-Werke in Varel und Nordenham übernehmen. Bis Monatsende sei ein Angebot geplant, heißt es in einem Zeitungsbericht. Der Airbus-Betriebsrat hat unterdessen signalisiert, Werksverkäufe nicht mehr kategorisch abzulehnen.

Hamburg - Zusammen mit einem strategischen Partner oder Finanzinvestor plant der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB Technology die Übernahme der beiden deutschen Airbus-Werke Varel und Nordenham. "Wir wollen bis Monatsende ein Angebot abgeben", sagte der Vorstandsvorsitzende der zur OHB-Gruppe gehörenden Augsburger MT Aerospace, Hans Steininger, der "Financial Times Deutschland".

Steininger, der jetzt vom MT Aerospace Vorstand zum Vorstandsvorsitzenden befördert wurde, sieht Chancen für den Zuschlag, sollte Airbus und die Bundesregierung eine "deutsche Lösung" für die Airbus-Werke wünschen. Um die finanzielle Belastung der Werkskäufe zu schultern, "schauen wir uns nach einem Partner um", sagte Steininger. Die Gruppe strebe die industrielle Führung an.

Die OHB-Gruppe sei der einzige deutsche Bewerber neben dem sonst favorisierten US-Konzern Spirit Aerospace, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise weiter. Zudem gebe es Interesse durch den niederländischen Konzern Storck Fokker und den israelischen Finanzinvestor Max Cor. Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Diehl hat außerdem Interesse erklärt, insbesondere für das zum Verkauf stehende Werk in Laupheim im Südwesten.

"Möglichst alle drei Werke in eine Hand"

Unterdessen wurde bekannt, dass der Betriebsrat von Airbus den Verkauf von Werken in Deutschland nicht mehr grundsätzlich ablehnt. "Möglichst alle drei Werke in eine Hand", sagte der Airbus-Betriebsratsvorsitzende Rüdiger Lütjen am Dienstagabend im Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Airbus sucht in Deutschland Käufer oder Partner für die Werke in Varel, Nordenham und Laupheim. Die Arbeitnehmervertretung favorisiert eine Lösung mit deutschen Investoren und will dafür die Unterstützung der Bundesregierung gewinnen.

Bislang hatten sich Betriebsrat und Gewerkschaft vehement gegen einen Verkauf von Werken gestemmt. Den Sinneswandel erklärte Lütjen mit den Verhandlungen über den von Airbus geplanten Stellenabbau. Voraussetzung für eine Zustimmung des Betriebsrats zum Verkauf von Werken sei, dass der Flugzeugbauer seine Konzepte für Investitionen und die Auslastung einzelner Standorte offenlege. Bislang seien dem Betriebsrat keine Angaben über den Personalbedarf vorgelegt worden.

Bei Airbus sollen im Rahmen des Sanierungsprogramms Power 8 Milliarden eingespart, 10.000 Stellen gestrichen und sechs der 16 Werke ganz oder teilweise verkauft werden. In Deutschland will sich die EADS-Tochter von den Standorten Laupheim bei Ulm und Varel in Niedersachsen trennen. Für den Standort Nordenham in Niedersachsen wird ein Kooperationspartner gesucht.

Air China kauft A320-Flieger

Unterdessen kauft Air China bei der EADS-Tochter Airbus ein. Die Air China-Tochtergesellschaft Air China Group Import and Export Traiding habe einen Kaufvertrag über 23 Airbus der 320er Serie unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Peking mit. Der Kaufpreis für die Flugzeuge liege unter dem Listenpreis von 1,406 Milliarden Dollar. Die Lieferung solle zwischen Januar 2009 und Dezember 2012 erfolgen, hieß es weiter.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa-afx, reuters

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